Aktivistinnen und Aktivisten verfolgten mehrere Transporte aus Indien nach Israel. Italienische Behörden setzten daraufhin drei Lieferungen in den Häfen von Gioia Tauro und Cagliari fest.
Cagliari/Gioia Tauro. Italienische Behörden haben drei Lieferungen mit mutmaßlich militärisch nutzbarem Stahl aus Indien nach Israel gestoppt. Die Transporte wurden laut Berichten nach Hinweisen von Aktivistengruppen in den Häfen von Gioia Tauro und Cagliari festgesetzt. Weitere Lieferungen sollen inzwischen umgeleitet worden sein.
Die betroffenen Transporte wurden von der Mediterranean Shipping Company (MSC) abgewickelt. Nach Angaben der Gruppen Boycott, Divestment and Sanctions (BDS) sowie No Harbour for Genocide (NHB) konnten die Sendungen durch eigene Recherchen und Nachverfolgung identifiziert werden.
Den Aktivistinnen und Aktivistenzufolge umfassen die festgesetzten Lieferungen insgesamt rund 806 Tonnen Stahl. Nach ihrer Einschätzung könnte das Material für die Produktion von Artilleriemunition für die israelische Armee verwendet werden.
Als Ursprung der Lieferungen nennen die Gruppen das Unternehmen R L Steels & Energy Limited im indischen Aurangabad. Ziel der Transporte sei IMI Systems gewesen, das heute unter dem Namen Elbit Systems Land firmiert und seinen Sitz in Ramat Hasharon in Israel hat.
Im Zuge der Nachforschungen seien außerdem drei weitere Lieferungen in Richtung Sri Lanka umgeleitet worden. Die Aktivisten werfen den beteiligten Akteuren vor, in einzelnen Fällen Routen und Zielorte bewusst verschleiert zu haben, um Aufmerksamkeit zu vermeiden.
Lieferungen aus Indien nehmen zu
Ilham Yaseen, Koordinatorin für das Militär-Embargo bei BDS, sprach von einer zunehmenden Zahl militärischer Lieferungen aus Indien nach Israel. Sie forderte politischen Druck, um weitere Transporte zu verhindern und beteiligte Unternehmen sowie die indische Regierung zur Verantwortung zu ziehen.
Auch die Initiative No Harbour for Genocide äußerte sich zu den Lieferungen. Ein Sprecher erklärte, die Stahltransporte seien für eine Munitionsfabrik in Ramat Hasharon bestimmt gewesen, die ausschließlich militärische Produktion betreibe.
Die Entwicklungen stehen im Zusammenhang mit wachsenden Protesten gegen Waffen- und Militärtransporte über zivile Häfen in Europa und im Mittelmeerraum. Bereits Anfang Februar hatten Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeiter in mehr als 20 Häfen in Italien, Griechenland, dem Baskenland, Marokko und der Türkei gemeinsame Aktionen unter dem Motto „Dockworkers Don’t Work for War“ organisiert.
Breiter Widerstand gegen Krieg und Genozid
Die italienische Basisgewerkschaft Unione Sindacale di Base (USB) erklärte damals, europäische und mediterrane Häfen müssten Orte des Friedens bleiben und dürften nicht in Kriege eingebunden werden. Gewerkschaftsvertreter Francesco Staccioli warnte zugleich davor, dass soziale Forderungen durch die zunehmende Militarisierung verdrängt würden.
Seit Beginn des Gaza-Krieges im Oktober 2023 gab es in mehreren europäischen Ländern unterschiedliche Versuche, militärische Lieferketten nach Israel zu behindern. Dazu zählen Gerichtsverfahren, Exportverbote, Blockaden von Bahntransporten sowie Protestaktionen von Hafenarbeiterinnen und ‑arbeitern.
Trotzdem laufen Waffen- und Materialtransporte weiter. In der BRD wurden während der ersten Wochen des US-israelischen Krieges gegen Iran Waffenexporte im Wert von 7,8 Millionen Dollar genehmigt. Gleichzeitig gibt es dort juristische Verfahren, in denen der Bundesregierung Mitschuld an möglichen Völkerrechtsverstößen durch Waffenlieferungen vorgeworfen wird.
Quelle: teleSUR

















































































