Trotz der seit April geltenden Waffenruhe griffen die USA zum zweiten Mal in Folge iranische Radarstationen und Luftabwehrstellungen an. Teheran antwortete mit Luftangriffen auf US-Basen in Bahrain, Kuwait und Jordanien und kündigte eine vollständige Blockade der Meeresenge bei Hormus an.
Teheran. Trotz fortgesetzter Friedensgespräche zwischen dem Iran und den USA dauern die militärischen Aktionen an. In der Nacht auf Donnerstag griffen die US-Luftstreitkräfte zum zweiten Mal in Folge iranische Ziele an. In einem Interview mit dem US-Sender Fox News drohte US-Präsident Donald Trump, die Angriffe würden ausgeweitet und das Land bis zur vollständigen Zerstörung bombardiert, sollte der Iran das von Washington vorgeschlagene Abkommen nicht unterzeichnen wollen.
Ziele der US-amerikanischen Angriffe waren, nach Angaben iranischer und internationaler Medien, mehrere Anlagen auf den Inseln Qeschm und Hengam, im Hafen Bandar Abbas sowie im Umfeld des South-Pars-Gasfeldes. Auch der Raum um Teheran selbst blieb nicht verschont und wurde zum weiteren Ziel der Operationen. Laut iranischen Medienberichten wurde zudem eine Wasseranlage in Bemani nahe Minab gesprengt, die zuvor zehn Dörfer mit Wasser versorgt hatte. Das Zentralkommando der Vereinigten Staaten, CENTCOM, erklärte, die Angriffe seien als Reaktion auf die „ungerechtfertigte und anhaltende Aggression des Iran“ erfolgt worden sein.
Als Antwort auf die militärischen Aktionen reagierte der Iran seinerseits mit Angriffen auf US-Stützpunkte in Bahrain, Kuwait und Jordanien. Laut den Islamischen Revolutionsgarden erfolgten Einsätze gegen insgesamt 18 militärische Ziele in der Golfregion. In Bahrain und Kuwait wurde daraufhin Luftalarm ausgelöst, und Kuwait sperrte seinen Luftraum vorübergehend für alle zivilen Flugzeuge. Zudem verkündete Teheran erneut, dass die Straße von Hormus, welche den Persischen Golf mit dem offenen Meer verbindet, vollständig gesperrt werden solle. Jedes Schiff, das die Meerenge durchqueren wolle, könne zum Ziel iranischer Angriffe werden. CENTCOM bestritt hingegen eine Schließung der Route und erklärte, der Schiffsverkehr laufe weiter.
Im Versuch, das von Donald Trump vorgeschlagene Abkommen zu erzwingen, nutzen die USA erneut militärische Mittel. Das Pentagon spricht bereits offen von „koerziver Diplomatie“ und möchte den Iran mit militärischem Druck zur Unterschrift zwingen. Trump behauptete gegenüber US-Medien, iranische Vertreter hätten ihn um ein Ende der Bombardierungen gebeten. Nach IRNA, der offiziellen Nachrichtenagentur des Irans, habe es jedoch keinerlei Kontakt mit dem US-Präsidenten gegeben und die Anfragen seien erfunden worden. Trotz fortgesetzter Gespräche bleibt die politische Lage zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten also höchst angespannt und eine Lösung des Konflikts ist weiterhin nicht in Sicht.
Quellen: Unita.it/ORF/Reuters

















































































