Mit den warmen Sommertagen steigt auch die Zahl der Wespen. Während sie für viele Menschen beim Grillen, auf der Terrasse oder im Gastgarten als lästige Begleiter gelten, erfüllen sie in der Natur eine wichtige Aufgabe. Gleichzeitig ist der richtige Umgang mit den Insekten entscheidend – sowohl aus Sicherheitsgründen als auch, weil sie in Österreich rechtlich geschützt sein können.
Warmer Frühling sorgt für mehr Wespen
Experten rechnen heuer mit einer besonders hohen Wespenpopulation. Verantwortlich dafür ist vor allem der warme und trockene Frühling. Die Königinnen konnten ihre Nester unter günstigen Bedingungen gründen, wodurch sich die Brut besser entwickelte als in Jahren mit kalten oder sehr feuchten Witterungsphasen.
Im Hochsommer erreichen die Völker schließlich ihre größte Größe. Entsprechend häufig sind Wespen derzeit auf Nahrungssuche und begegnen Menschen bei Mahlzeiten im Freien.
Warum Wespen Fleisch und Süßes anziehen
Entgegen ihrem schlechten Ruf greifen Wespen Menschen nicht grundlos an. Sie suchen vor allem Nahrung für sich und ihre Brut. Während die Larven eiweißreiche Nahrung benötigen, ernähren sich erwachsene Tiere überwiegend von zuckerhaltigen Stoffen.
Deshalb werden Grillfleisch, Wurst, Süßspeisen, Limonaden oder reifes Obst für Wespen besonders attraktiv. Für die Insekten ist ein gedeckter Esstisch eine leicht zugängliche Nahrungsquelle.
Wer hektisch nach Wespen schlägt oder sie anpustet, erhöht dagegen das Risiko eines Stichs. Wespen reagieren empfindlich auf schnelle Bewegungen und ausgeatmetes Kohlendioxid. Sinnvoller ist es, ruhig zu bleiben, Speisen abzudecken und die Tiere gegebenenfalls vorsichtig mit etwas Wasser aus einer Sprühflasche zu vertreiben. Die Wespen interpretieren dies als Regen und ziehen sich häufig in ihr Nest zurück.
Wespen sind für das Ökosystem unverzichtbar
Obwohl sie oft als Plage wahrgenommen werden, erfüllen Wespen eine wichtige ökologische Funktion. Sie bestäuben Pflanzen und jagen große Mengen anderer Insekten wie Fliegen, Mücken oder Blattläuse. Dadurch tragen sie dazu bei, das natürliche Gleichgewicht aufrechtzuerhalten und Schädlingspopulationen einzudämmen.
Ein Wespenvolk existiert zudem nur für eine Saison. Im Herbst sterben die Arbeiterinnen, während lediglich die jungen, begatteten Königinnen überwintern und im nächsten Frühjahr neue Nester gründen. Alte Nester werden in der Regel nicht erneut genutzt.
Wespenstiche: Wann Vorsicht geboten ist
Für die meisten Menschen ist ein Wespenstich schmerzhaft, aber ungefährlich. Die betroffene Stelle sollte möglichst rasch gekühlt werden, etwa mit Kühlpads, Eis oder kalten Umschlägen.
Anders sieht es bei Allergikern aus. In Österreich reagieren schätzungsweise rund zehn Prozent der Menschen allergisch auf Wespenstiche. Symptome wie Atemnot, Schwindel, Herzrasen oder Kreislaufprobleme erfordern sofortiges Handeln. Betroffene sollten ihren verordneten Notfall-Pen unverzüglich anwenden und umgehend medizinische Hilfe verständigen.
Besonders gefährlich können außerdem Stiche im Mund- oder Rachenraum sein, etwa wenn eine Wespe versehentlich verschluckt wird. In solchen Fällen sollte unverzüglich der Notruf verständigt werden.
Wespennester nicht eigenmächtig entfernen
Wer ein Wespennest entdeckt, sollte zunächst prüfen, ob tatsächlich eine unmittelbare Gefahr besteht. Befindet sich das Nest an einem Ort, an dem niemand gefährdet wird, empfiehlt sich meist, es bis zum Herbst bestehen zu lassen. Dann löst sich das Problem oft von selbst auf.
Ist jedoch eine konkrete Gefahr gegeben – etwa im unmittelbaren Umfeld von Allergikern, Kindergärten oder Hauseingängen –, kann eine fachgerechte Umsiedlung oder gegebenenfalls Entfernung notwendig sein. Diese Arbeiten sollten ausschließlich von geschulten Fachkräften durchgeführt werden. Eigenmächtige Versuche gefährden sowohl Menschen als auch Tiere.
Wespen stehen unter gesetzlichem Schutz
Vielen ist nicht bewusst, dass Wespen nicht beliebig getötet werden dürfen. Das österreichische Tierschutzgesetz verbietet das Töten von Tieren ohne vernünftigen Grund. Zusätzlich gelten je nach Bundesland unterschiedliche Naturschutzbestimmungen. Für bestimmte Wespenarten, Hornissen sowie zahlreiche Wildbienen bestehen besondere Schutzvorschriften.
Wer geschützte Tiere oder ihre Nester rechtswidrig zerstört, muss mit empfindlichen Geldstrafen rechnen. Je nach Bundesland und Art des Verstoßes können diese mehrere Tausend Euro betragen.
Der gesetzliche Schutz trägt dem hohen ökologischen Wert dieser Insekten Rechnung. Statt zur Fliegenklatsche zu greifen, ist daher ein umsichtiger Umgang meist die bessere Lösung – sowohl für die eigene Sicherheit als auch für den Erhalt der biologischen Vielfalt.


















































































