Steindorf. Die anhaltende Trockenheit macht dem Bleistätter Moor am Ossiacher See zunehmend zu schaffen. Die künstlich angelegten Becken rund um die Tiebelmündung haben sich in den vergangenen zehn Jahren auf rund 70 Hektar zu einem wichtigen Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten entwickelt. Zugleich dienen sie als natürlicher Filter zwischen der einfließenden Tiebel und dem Ossiacher See und tragen dazu bei, übermäßige Algenbildung im See zu verhindern.
Seit rund eineinhalb Jahren liegt der Grundwasserspiegel jedoch deutlich unter dem Normalwert. Teile der Flächen sind ausgetrocknet, wodurch angeschwemmtes Material aus dem Zufluss nicht mehr ausreichend abgetragen wird. In den freiliegenden Flachwasserzonen breitet sich starker Bewuchs aus, Flächen verlanden und verwachsen zunehmend. Laut Peter Krameter vom Wasserverband Ossiacher See verändert dies die Landschaft und hat ökologische Auswirkungen. Eine derart lange Niedrigwasserperiode sei ihm bisher nicht bekannt gewesen.
Saugbaggerung soll Funktionsfähigkeit erhalten
Um die Funktionsfähigkeit der Becken als Pflanzenkläranlage zu erhalten, soll im Bereich der Tiebelmündung angeschwemmtes Material mit Saugbaggern entfernt werden. Besonders im Mündungsbereich sei eine regelmäßige Beseitigung von Sedimenten notwendig, damit das gesamte Becken weiterhin durchströmt werden könne. Der geeignete Zeitpunkt für die Maßnahme sei laut Krameter jetzt. Die Kosten werden auf etwas mehr als eine Million Euro geschätzt.
Das zuständige Naturschutzreferat von Landesrätin Marika Lager-Pöllinger erklärte auf ORF-Anfrage, das Land arbeite an einer technisch und wirtschaftlich bestmöglichen Lösung. Zudem gebe es einen Austausch mit dem Burgenland, wo bereits Erfahrungen mit Saugbaggerungen im Neusiedlersee gesammelt wurden. Ziel sei eine zeitnahe Lösung. Bei weiterem Zuwarten könnten die Kosten steigen.
Klimawandel macht Erhaltung teurer
Der Fall zeigt, wie stark ökologische Schutzprojekte bereits unter veränderten klimatischen Bedingungen stehen. Was einst als funktionierender Puffer für den Ossiacher See angelegt wurde, muss nun mit zusätzlichem technischem und finanziellem Aufwand stabil gehalten werden. Trockenheit, sinkende Grundwasserstände und veränderte Wasserflüsse sind keine abstrakten Umweltprobleme, sondern greifen konkret in bestehende Ökosysteme ein.
Die Kosten der ökologischen Krise landen wieder bei der Allgemeinheit, während die kapitalistische Produktionsweise, die Natur und Klima systematisch ausbeutet, kaum angetastet wird. Die öffentliche Hand muss reparieren, sichern und nachbessern, was durch eine auf Profit, Wachstum und Ressourcenverbrauch ausgerichtete Ordnung immer stärker unter Druck gerät.
Quelle: ORF





















































































