Seit dem 7. Oktober 2023 sind nun 1.000 Tage vergangen. An diesem Tag kam es zu einen Angriff der Hamas und weiterer Gruppen – wie die marxistischen Organisation DFLP und PLFP – im Süden Israels. Im Zuge des Gefechts starben circa 1.200 Menschen, von denen etwa die Hälfte angehörige der IDF waren. Dann begann Israel einen Genozid, der bis heute andauert. Im Gazastreifen gibt es bisher mindestens 70.000 Tote, darunter 21.000 Minderjährige. Tausende Kinder und Jugendliche zählen noch immer vermisst. 90 Prozent aller Gebäude wurden zerstört, 80 Prozent von Israel eingenommen.
Seit Oktober 2025 herrscht eine von der US-Friedensmission überwachte und vom UN-Sicherheitsrat unterstützte „Waffenruhe“. Seitdem wurden jedoch weitere Gebiete erobert, nur ein Drittel der vereinbarten Hilfslieferungen wird durchgelassen und die israelischen Streitkräfte (IDF) haben seit der Abmachung der Friedenspläne über 1.000 weitere Palästinenserinnen und Palästinenser ermordet. Es scheint, als hätte Israel kein Interesse daran, sich an die Waffenruhe und den Friedensplan zu halten, wodurch der Krieg weiter geschürt wird.
Bei der Zählung der palästinensischen Opfer werden häufig große Bereiche nicht berücksichtigt, darunter Opfer von Hunger und dem Mangel an humanitärer Hilfe. Eine im April 2026 in The Lancet Global Health veröffentlichte Studie zählt über 16.000 Menschen, die allein zwischen dem 7. Oktober 2023 und dem 5. Jänner 2025 nicht durch direkte Gewalt, sondern durch die Konsequenzen israelischer Politik und Kriegsführung in Gaza getötet wurden. Seit 2025 hat sich die Hungersnot weiter verschärft, sodass diese Zahlen nun weit höher sein werden.
Die größten Opfer der israelischen Offensive in Gaza sind Kinder und Jugendliche. Trotz der Komplikationen bei der Erfassung der offiziellen Todesopfer in Gaza kann man von mindestens 70.000 Opfern ausgehen. Laut Save the Children waren bisher 21.000 der Opfer Minderjährige. Das entspricht mehr als 2 Prozent aller Minderjährigen in Gaza. Laut Site Management Cluster wurden zudem über 800.000 Kinder und Jugendliche (80 Prozent aller) aus ihrer Heimat vertrieben. Tausende werden noch immer vermisst. Seit der Waffenruhe im Oktober 2025 wurden 275 weitere Minderjährige durch das IDF ermordet. In Gaza können Kinder nur träumen, dass sie eine normale Schulkarriere in einem menschenwürdigen Umfeld erleben.
Das Ausmaß der Zerstörung ist verheerend. Über 90 Prozent der gesamten Infrastruktur im Gazastreifen wurden zerstört. 68 Tonnen Schutt liegen auf dem Boden. Bei der momentanen Geschwindigkeit würde es über 140 Jahre dauern, bis alles vollständig geräumt ist. Laut UN-Quellen wurde die menschliche Entwicklung um 77 Jahre zurückgeworfen und die aktuelle Lebenserwartung beträgt nur noch 40 Jahre. 400.000 Menschen müssen mit nur einer Mahlzeit am Tag auskommen. Die Hungersnot ist also extrem und trifft Kinder, Jugendliche, Schwangere und Menschen im höheren Alter besonders stark. Unter den Vertriebenen leben über 40 Prozent in Zeltlagern unter extremen Bedingungen. Sie sind der Hitzewelle und militärischen Angriffen hilflos ausgeliefert.
Das palästinensische Gebiet im Gazastreifen wurde bereits fast vollständig erobert. Je nach Quelle haben israelische Streitkräfte zwischen 60 und 80 Prozent des Gebiets eingenommen. Anstatt sich an die Friedens- und Waffenruhepläne zu halten, erweitern sie ihr Gebiet weiterhin. Das israelische Militär unterteilt die eroberten Gebiete in zugängliche und unzugängliche Bereiche, die durch Checkpoints und „Pufferzonen” voneinander getrennt sind. Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich spricht sich aktiv für die vollständige Eroberung des restlichen Raums und die Errichtung israelischer Siedlungen im Gazastreifen als „Sicherheitspuffer” aus.
Die bewusste Verhinderung menschenwürdiger Lebensbedingungen durch direkte Angriffe auf Krankenhäuser, Schulen und Zeltlager sowie durch die Blockade lebensnotwendiger Güter wie Medikamente, Zement und Baumaterialien durch Israel ließ eine große Zahl internationaler Organisationen, neben der hohen Zahl an zivilen Opfern, das Vorgehen Israels in Gaza als Genozid einstufen. Die Rhetorik vieler führender israelischer Politiker, wie Finanzminister Smotrich, Minister für nationale Sicherheit Itamar Ben-Gvir und nicht minder Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, die die Existenz eines palästinensischen Staates ablehnen und behaupten, im Gazastreifen gäbe es keine Unschuldigen, stützt diese Vorwürfe weiter. Ein Genozid beschreibt Handlungen die mit der Absicht begangen werden, eine nationale, ethnische oder religiöse Gruppe ganz oder teilweise zu zerstören. Seit November 2024 wird Netanjahu vom Internationalen Strafgerichtshof wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und der absichtlichen Vorenthaltung lebenswichtiger Güter gesucht.
Quelle: Unita/Aljazeera/Il Giornale D’Italia/The Lancet




















































































