In Griechenland formiert sich wachsender Widerstand gegen Energieprojekte und die staatliche Waldpolitik. Basisgruppen und politische Organisationen rufen zu verstärkten Mobilisierungen auf und kritisieren eine zunehmende „Kommerzialisierung“ von Natur und Ressourcen.
Für Sonntag, den 22. März, haben die „Aktionskomitees zur Rettung des Parnon- und Mainalo-Gebirges“ zu einer Versammlung im Arbeitszentrum von Arkadien aufgerufen. Ziel sei ein „allgemeiner Aufstand“ gegen die geplante Ausweitung von Anlagen für erneuerbare Energien in den betroffenen Bergregionen. Vertreter der Komitees warnen vor einer „Zerstörung der Umwelt“ durch Windkraftanlagen, Photovoltaikparks und Energiespeicherprojekte.
Unterstützung kommt laut den Organisatoren von zahlreichen Gewerkschaften sowie weiteren gesellschaftlichen und sportlichen Einrichtungen aus der Region. Sie fordern ein sofortiges Ende der geplanten Projekte, die ihrer Ansicht nach auf Kosten der Bevölkerung umgesetzt würden.
In ihrem Aufruf zeichnen die Initiativen ein düsteres Bild: „Niemand wird verschont bleiben. Überall sollen Windräder, Solaranlagen und Lithiumspeicher errichtet werden, um die Gewinne zu maximieren“, heißt es. Auch vor einer möglichen Einbindung in „nukleare Energiepläne“ wird gewarnt. Die Aktivisten betonen, Energie müsse ein öffentliches Gut sein und dürfe nicht der Profitlogik privater Konzerne unterliegen.
Parallel dazu äußerte sich auch die Kommunistische Partei Griechenlands (KKE) anlässlich des Internationalen Tages der Wälder mit scharfer Kritik an der aktuellen Umweltpolitik. In einer Stellungnahme verweist die Partei auf massive Waldverluste: Allein im Jahr 2025 seien rund 480.000 Hektar Wald- und Naturflächen verbrannt, zusätzlich zu den 2,5 Millionen Hektar, die bereits in den Jahren 2023 und 2024 zerstört wurden.
Die KKE macht dafür eine Politik verantwortlich, die Wälder zunehmend als wirtschaftliche Ressource behandle. Die Schäden würden von der Regierung – mit Unterstützung anderer Parteien – als Investitionschance genutzt, etwa für Projekte im Bereich „grüner“ Energie, Tourismus oder Logistik.
Kritisiert wird auch der Zustand des Brandschutzsystems. So gebe es weiterhin erhebliche Personalmängel in den zuständigen Forstbehörden sowie bei der Feuerwehr. Eine umfassende, wissenschaftlich fundierte Brandschutzplanung existiere nicht. Stattdessen werde Prävention organisatorisch von der Brandbekämpfung getrennt, was als ineffizient bewertet wird.
Darüber hinaus sieht die KKE eine zunehmende Verknüpfung von Katastrophenschutz mit militärischen Strategien im Rahmen von EU- und NATO-Vorgaben. Programme wie „AIGIS“ würden demnach primär der Anpassung staatlicher Strukturen an sicherheitspolitische Anforderungen dienen, nicht dem Schutz der Bevölkerung vor Naturkatastrophen.
Auch konkrete Maßnahmen stehen in der Kritik: So würden Programme zur Waldpflege und ‑bewirtschaftung fragmentarisch umgesetzt und teilweise sogar zur weiteren Degradierung von Ökosystemen beitragen. Gleichzeitig werde die Forstwirtschaft stärker privatwirtschaftlichen Interessen überlassen, etwa durch die Einbindung von Holzindustrie und den Ausbau von Biomassemärkten.
Hinzu komme eine faktische Reduktion der Mittel für Aufforstungsprogramme. Gleichzeitig würden weiterhin große Flächen – auch in Schutzgebieten – wirtschaftlichen Projekten geopfert.
Sowohl die Basisgruppen in Arkadien als auch die KKE sehen die Ursachen dieser Entwicklungen im bestehenden Wirtschaftssystem. Sie fordern grundlegende Veränderungen und betonen, dass der Schutz von Wäldern und natürlichen Ressourcen nur durch eine andere Form der gesellschaftlichen Organisation gewährleistet werden könne.
Die Hoffnung liege, so heißt es übereinstimmend, in einer „organisierten Intervention der Arbeiter- und Volksbewegung“ gegen eine Politik, die Natur und Land zunehmend zur Ware mache.


















































































