Die sozialdemokratischen Gewerkschafter wollen ein Lohnplus von 2,55 Prozent als Erfolg verkaufen, haben aber in Wirklichkeit wieder nur die Arbeiterklasse verkauft – nämlich zu billig: Bei einer rollierenden Inflation von 3,43 Prozent gibt es einen Reallohnverlust.
Wien. Nach vier Verhandlungsrunden gibt es für die rund 150.000 Arbeiterinnen und Arbeiter im Handel einen neuen Kollektivvertrag. Die Löhne steigen um 2,55 Prozent, wie die Gewerkschaft vida mitteilte. Der Abschluss „bedeutet ein monatliches Plus von rund 54 bis 63 Euro brutto, auf das Jahr gerechnet zwischen 750 und 880 Euro brutto mehr Einkommen“. Zudem bleibe das Recht auf Altersteilzeit erhalten.
Das Verhandlungsergebnis sei für den Großteil der Handelsarbeiterinnen und ‑arbeiter ein „tragbarer Kompromiss“, behauptete die vida-Verhandlungsleitung. Weder die Beschäftigten noch die Konsumentinnen und Konsumenten hätten die Bedingungen verursacht, die diesen Krisenabschluss notwendig gemacht haben, hieß es. Man erwarte sich daher, dass die Arbeitgeber bei kommenden Verhandlungen nicht vergessen, wer in dieser Situation Verantwortung übernommen hat.
Die künftige Rücksichtnahme des Kapitals wird freilich ein frommer Wunsch bleiben, zumal sich die “Arbeitervertreter” abermals als schwaches Gegenüber erwiesen haben. Die aktuelle rollierende Inflation liegt bei 3,43 Prozent – und somit deutlich unter dem KV-Abschluss. Kurz gesagt: Diese “Lohnerhöhung” bedeutete einen Reallohnverlust. Schönen Dank auch an die sozialdemokratischen Verhandler – für gar nichts!
Der neue Kollektivvertrag tritt mit 1. Jänner 2026 in Kraft – in Betrieben, wo in der Zwischenzeit noch keine Lohnerhöhungen ausbezahlt wurden, gilt er rückwirkend.
Quelle: ORF



















































































