Der Winter 2025/26 war einer der trübsten seit etlichen Jahren, wobei zwischen Oktober und Februar statistisch gesehen an jedem zweiten Tag Dunkelflaute herrschte, somit Wind und Sonne nur geringe Mengen an Strom lieferten und Flüsse aufgrund Schneebindung wenig Wasser führten. Dies brachte das Stromsystem in Österreich an seine Grenzen.
Wien. Auf Basis der Import-/Exportfahrpläne ergab sich im Februar in Österreich ein Importbedarf in der Höhe von 997 GWh (+ 20,4 Prozent gegenüber 828 GWh im Februar 2025), wobei an nur zwei Tagen bilanziell Strom ins Ausland exportiert werden konnte – ein Hinweis auf die andauernde Versorgungslücke.
Neben Stromimporten war bei Netzengpässen auch der Einsatz von Reservekraftwerken im Zuge der Netzreserve erforderlich, um die Versorgungssicherheit Österreichs sicherzustellen. An erneuerbarer Produktion abgeregelt werden mussten insgesamt 350 MWh, wobei konkret Laufwasser von dieser Abregelung betroffen war. Die gesamten Redispatch-Kosten lagen im Monat bei 2,6 Mio. Euro, mit kumuliert 6,4 Mio. Euro bisher in diesem Jahr (Vergleich: 8,3 Mio. Euro im Jänner und Februar 2025).
„Die sogenannte Dunkelflaute machte sich im Februar wie auch bereits in den vorangegangenen Wintermonaten stark bemerkbar, was sich in einem eindeutigen Import-Saldo widerspiegelte. Am 1. Februar wurde mit einem Import-Saldo in der Höhe von 106 GWh sogar ein neues historisches Tagesmaximum erreicht. Diese Entwicklung unterstreicht einmal mehr einerseits das Erfordernis von Stromimporten in den Phasen der Dunkelflaute und andererseits die zentrale Rolle von Gaskraftwerken in der Absicherung der heimischen Stromversorgung“ sagt Gerhard Christiner, Vorstandssprecher von Austrian Power Grid (APG).
„Nur“ etwa 64 Prozent Bedarfsdeckung durch Erneuerbare
Die erneuerbare Produktion ist im Februar im Vergleich zum Vorjahr zwar um 26 Prozent gestiegen, doch vor dem Hintergrund des um zirka 15 Prozent erhöhten Stromverbrauchs** (KW 6–9) deckten die erneuerbaren Energien trotz Produktionszuwächse lediglich rund 64 Prozent des Bedarfs – ein deutlicher Hinweis auf die hohe Volatilität der jeweiligen Erzeugungsarten.
Haupttreiber der Erneuerbaren Erzeugung war im Februar die Wasserkraft, deren Erzeugung dank hoher Niederschlagsmengen um ungefähr 44 Prozent zulegte. Auch die Windkraft verzeichnete ein Plus von zirka 12 Prozent und erreichte Mitte Februar mit einer außergewöhnlich starken Windflanke, die zur Lastdeckung genutzt werden konnte, einen Rekordwert. Aufgrund der geringen Sonneneinstrahlung ging die Photovoltaik-Erzeugung im trüben Februar hingegen um knapp 40 Prozent im Vorjahresvergleich zurück, was wiederum zu einer Reduktion des Stromeigenverbrauchs bei privaten Haushalten und somit zu einem erhöhten Bezug von Strom aus dem übergeordneten Netz dieser Verbraucher führte.
Quelle: OTS



















































































