Rund 1.000 Menschen aus 70 Ländern stachen am Sonntag in See, um humanitäre Hilfe nach Gaza zu bringen und die israelische Blockade herauszufordern.
Barcelona. Von Barcelona aus bereiteten sich am Sonntag internationale Aktivistinnen und Aktivisten auf den Start einer neuen Flottille mit Kurs auf den Gazastreifen vor. Dabei sollen etwa 70 Boote mit rund 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 70 Ländern auslaufen. Ziel ist es, dringend notwendige humanitäre Güter wie Lebensmittel, Medikamente und Schulmaterialien in das abgeriegelte Gebiet zu bringen.
Die Initiative trägt den Namen Global Resilience Flotilla und ist bereits der zweite Versuch dieser Art innerhalb eines Jahres. Organisiert wird die Mission von einem breiten Bündnis aus Aktivistinnen, Aktivisten, Nichtregierungsorganisationen und zivilgesellschaftlichen Gruppen. Nach Angaben der Organisatoren erfolgt die Aktion in Abstimmung mit palästinensischen Organisationen sowie Experten für maritime Sicherheit. Auch international bekannte Hilfsorganisationen sind beteiligt.
Neben der Lieferung dringend benötigter Hilfsgüter verfolgt die Flottille politische Ziele: Sie will auf die humanitäre Lage im Gazastreifen aufmerksam machen, internationale Verantwortung einfordern und die Einrichtung eines humanitären Korridors über See anstoßen.
Der Gazastreifen steht seit 2007 unter israelischer Blockade. Besonders seit Oktober 2023 hat sich die Lage weiter verschärft. Große Teile der Infrastruktur sind zerstört, die Versorgung mit medizinischen Gütern und Treibstoff ist stark eingeschränkt, und ein erheblicher Teil der Bevölkerung wurde im Zuge des vorangehenden Genozids umgebracht oder vertrieben.
Die geplante Abfahrt erfolgt zudem vor dem Hintergrund nachlassender internationaler Aufmerksamkeit für Gaza. Andere Konflikte in der Region stehen derzeit stärker im Fokus, was nach Einschätzung der Organisatorinnen und Organisatoren die Situation zusätzlich verschärft.
Ein ähnlicher Versuch im Herbst 2025 endete mit einem Eingreifen des israelischen Militärs: Die damalige Flottille wurde in internationalen Gewässern gestoppt, zahlreiche Beteiligte wurden festgenommen und später abgeschoben.
Versuche, die Blockade auf dem Seeweg zu durchbrechen, gibt es seit Jahren. Während einzelne Aktionen in der Vergangenheit Gaza erreichten, wurden die meisten von Israel abgefangen. Ob die neue Flottille ihr Ziel erreichen wird, ist offen.
Quelle: AJ

















































































