Angesichts verschärfter US-Sanktionen mobilisieren Kubas Gewerkschaften landesweit zum Tag der Arbeit – mit einem klaren politischen Signal.
Havanna. Die kubanische Gewerkschaftsbewegung Central de Trabajadores de Cuba (CTC) hat in einer aktuellen Erklärung zur Mobilisierung für den Tag der Arbeit 2026 aufgerufen. Vor dem Hintergrund wachsender wirtschaftlicher Belastungen und zunehmenden Drucks durch die USA betont der Aufruf vor allem die Notwendigkeit nationaler Geschlossenheit und Verteidigungsbereitschaft.
Gleich zu Beginn wird die Lage klar umrissen: Man befinde sich „im Kontext der sich verschärfenden Blockade durch die USA und anhaltender wirtschaftlicher Herausforderungen“. Besonders hervorgehoben wird eine neue Dimension der Maßnahmen: eine „Exekutivanordnung vom 29. Jänner, die die bereits verschärfte wirtschaftliche, kommerzielle und finanzielle Blockade […] um eine Energieblockade erweitert hat“.
Die Gewerkschaften leiten daraus eine eindeutige politische Schlussfolgerung ab. „Es gibt heute nichts Dringlicheres oder Entscheidenderes, als gemeinsam zu handeln und uns als Land zu stärken“, heißt es in der Erklärung. Der Aufruf zum 1. Mai steht daher unter einem zentralen Motto: „Das Vaterland muss verteidigt werden.“
Die Revolution verteidigen
Die symbolische Bedeutung des Tages wird in einen historischen Kontext gestellt. Die Erklärung verweist auf den Unabhängigkeitskämpfer Antonio Maceo, der „einen Frieden ohne Unabhängigkeit ablehnte“, sowie auf José Martí und dessen „historischen Aufruf zur generationenübergreifenden Einheit“. Auch Fidel Castro wird im Hinblick auf sein politisches Vermächtnis hervorgehoben.
Der 1. Mai wird dabei nicht nur als Gedenktag, sondern als aktiver politischer Moment verstanden. Die Bevölkerung wird dazu aufgerufen, „an Märschen und Veranstaltungen teilzunehmen – an jedem Arbeitsplatz, in jeder Gemeinschaft, Stadt, Gemeinde und Provinz“. Gleichzeitig wird auf die bestehenden materiellen Einschränkungen verwiesen, die durch die verschärfte Blockade bedingt sind.
Auffällig ist die breite Definition dessen, was als Beitrag zur Verteidigung des Landes gilt. Diese reiche „von den Feldern und Fabriken, den Klassenzimmern und Forschungszentren, den Kraftwerken und Krankenhäusern sowie in den Bereichen Kultur und Sport“. Damit wird die Mobilisierung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe beschrieben.
Für Kuba, gemeinsam schaffen wir
Zugleich betont die Erklärung die ideologische Grundlage der Mobilisierung. Diese sei nicht durch „Dogma oder Fanatismus“ geprägt, sondern durch „Überzeugung, Ideen und Handeln“. Als Leitmotiv wird die Formel ausgegeben: „Für Kuba, gemeinsam schaffen wir.“
Denn diese Überzeugung „spiegelt die vom Parteiprogramm gesetzten Prioritäten wider: die sozialistische Heimat zu verteidigen; die Umgestaltung der Energiematrix voranzutreiben; zur Lebensmittelproduktion beizutragen; und den täglichen Herausforderungen mit konkreten Lösungen zu begegnen. Es ist auch die Überzeugung der Ärzte und Lehrer, die weiterhin ohne Zögern das Leben verteidigen, und all jener, die Teil der Revolution sind […]“
Zum Abschluss richtet sich der Blick auf die politische Führung und die kommenden Aufgaben. Die Mobilisierung zum 1. Mai soll „im ganzen Land widerhallen – getragen von Einheit und dem gemeinsamen Engagement, beizutragen, zu dienen und das Projekt zu verteidigen“. Dieses Projekt wird als dasjenige beschrieben, „das Martí erträumte, Fidel verwirklichte“.
Die Erklärung endet mit einem dreifachen Bekenntnis: „Es lebe die kubanische Revolution!“ sowie der Aufforderung: „Wir sehen uns am 1. Mai.“
Quelle: IDC

















































































