London. Bereits im April 2025 hatte die britische Regierung die Kontrolle über den Stahlkonzern British Steel übernommen. Zuvor hatte der chinesische Konzern Jingye, der das Unternehmen 2020 erworben hatte, angekündigt, zwei Hochöfen im nordenglischen Scunthorpe mit rund 2.700 Arbeitsplätzen aus Gründen der Profitabilität stillzulegen.
Im Mai dieses Jahres verkündete die britische Regierung ihre Absicht, das Unternehmen voll zu verstaatlichen, da dies der „richtige und notwendige Weg“ sei, um „die Zukunft der Stahlproduktion zu sichern“. Im Anschluss an diese Entscheidung gab das Unternehmen die Ernennung eines neuen Managementteams bekannt, das sich „auf die Stabilisierung von British Steel und die Vorbereitung des Unternehmens auf eine wirtschaftlich nachhaltige und kohlenstoffarme Zukunft konzentrieren wird“.
Am Mittwoch wurde das dafür notwendige Gesetz verabschiedet und das 1988 privatisierte Unternehmen fällt nun wieder in den Besitz des britischen Staates. Peking lehne die Verstaatlichung entschieden ab, verkündete das chinesische Handelsministerium am Freitag. „China fordert die britische Regierung auf, sich an die einschlägigen internationalen Regeln zu halten“ und Unternehmen mit chinesischen Investoren „fair und gleichberechtigt zu behandeln“, so das Ministerium.
Der britische Premierminister Keir Starmer begründete die Verstaatlichung vor allem damit, die Zukunft der Stahlproduktion in Großbritannien und die damit verbundenen Arbeitsplätze bewahren zu wollen. Dass die britische Regierung befürchtet, dass ein großer Industriekonzern die Produktionskapazitäten zurückfährt und Arbeiterinnen und Arbeiter kündigt, lässt sich nur mit der allgemeinen Kriegsvorbereitung in Europa begründen.
Die britische Regierung unternahm diesen Schritt, um ihre Stahlproduktionskapazitäten, die im Falle eines groß angelegten Krieges für die militärische Produktion von entscheidender Bedeutung wären, vollständig innerhalb ihrer eigenen Grenzen und unter ihrer Kontrolle zu halten.
Ursprungsbild: Jonathan Thacker / British Steel : BOS plant / CC BY-SA 2.0 via Wikimedia Commons




















































































