Österreich empfängt Israel in der UEFA Nations League – während in Gaza ein Völkermord und in der Westbank die Vertreibung des palästinensischen Volks weitergehen. In Linz protestiert die Palästina-Solidarität gegen die Normalisierung durch den Sport.
Linz. Am heutigen Donnerstag, dem 24. September, trifft Österreich in der Linzer Raiffeisen Arena im Rahmen der UEFA Nations League auf Israel. Der europäische Fußballverband behandelt das Spiel als ganz gewöhnliches Länderspiel: Flutlicht, Nationalhymnen, Trikots, Fußball als Spektakel. Doch außerhalb des Stadions erinnert die Palästina-Solidarität Österreichs daran, dass es keine Normalität gibt, wenn gleichzeitig das palästinensische Volk mit Gewalt, Vertreibung und Zerstörung konfrontiert ist.
Das Spiel beginnt um 18:45 Uhr in der Raiffeisen Arena. Österreich und Israel gehören in der Nations League 2026/27 gemeinsam mit Irland und Kosovo zur Gruppe B3. Die Begegnung ist mehr als ein Fußballspiel, sie steht für eine internationale Sportordnung, die den politischen Kontext ausblendet und damit dazu beiträgt, die Beziehungen zu Israel als „business as usual“ erscheinen zu lassen. Als sei halb so wild was in anderen Teilen der Welt stattfindet.
Fußball ist nicht unpolitisch
Immer wieder wird behauptet, Sport und Politik müssten voneinander getrennt werden. Doch internationale Sportverbände treffen politische Entscheidungen: Sie entscheiden, wer an Wettbewerben teilnehmen darf, welche Verbände anerkannt werden und welche Regeln gelten. Er dient zur Legitimation und Integration.
Gerade deshalb stellt sich die Frage, warum für Israel weiterhin die Normalität des internationalen Sports gilt, obwohl der israelische Staat gegen das Völkerrecht verstößt. Der Internationale Gerichtshof (IGH) attestiert, dass Israel wiederholt Völkerrecht verletzt.
Auch der Fußball selbst ist Teil des Problems
Die Kritik betrifft nicht nur den Krieg in Gaza. Auch innerhalb des israelischen Fußballbetriebs gibt es einen konkreten Streit über Vereine aus israelischen Siedlungen im besetzten Westjordanland.
Mindestens sechs Vereine mit Sitz in israelischen Siedlungen spielen in israelischen Ligen. Artikel 64.2 der FIFA-Statuten sieht vor, dass Mitgliedsverbände und ihre Vereine nicht ohne Zustimmung des anderen Verbands auf dessen Territorium spielen dürfen. Der palästinensische Fußballverband hat genau diesen Punkt gegenüber der FIFA thematisiert.
Im März 2026 entschied die FIFA jedoch, wegen der Teilnahme dieser Vereine keine Maßnahmen gegen den israelischen Fußballverband einzuleiten. Die FIFA bezeichnete den rechtlichen Status des Westjordanlands dabei als besonders komplex. Das ist politisch nicht folgenlos. Der Internationale Gerichtshof hatte bereits 2024 festgestellt, dass Israels fortdauernde Präsenz im besetzten palästinensischen Gebiet rechtswidrig ist und dass die israelischen Siedlungen im besetzten Gebiet gegen das Völkerrecht verstoßen. So Komplex ist die Lage aso nicht.
Linz: Protest statt Normalität
In Linz wird deshalb heute protestiert. Unter dem Titel „Tod & Spiele – Rote Karte für Völkermord“ ruft die Palästina-Solidarität Österreuch zu einer Protestaktion am Linzer Hauptbahnhof auf. Beginn ist um 18.00 Uhr. Die Botschaft der Demonstration ist klar: Fußball darf nicht dazu beitragen, einen Völkermord, Besatzung und Vertreibung unsichtbar zu machen.
Bereits vor einem Monat kam es zu Protest im Rahmen eines Spiels zwischen dem Linzer LASK und Celtic Glasgow in der Linzer Raiffeisen-Arena zu Protesten gegen den Völkermord. Die „Fußballfans für Palästina“, denen Mitglieder der Partei der Arbeit und der Jugendfront angehören, zeigten ein Banner auf dem zu lesen war: „Football unites – Rotax Drones kill – End Genocide“.





















































































