Bei der Steirischen Arbeiterkammer gehen täglich mehrere Anfragen zu Mobbing ein. Zwei Referentinnen befassen sich ausschließlich mit dem Thema – die Zahl der Fälle ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.
Graz. Mobbing am Arbeitsplatz ist kein Randphänomen. Bei der Steirischen Arbeiterkammer (AK) beschäftigen sich seit rund 20 Jahren eigene Ansprechpartnerinnen mit entsprechenden Fällen. Täglich erreichen sie laut Wolfgang Nigitz, der in der AK für den Arbeitnehmerschutz zuständig ist, zwischen fünf und sieben Anfragen. In den vergangenen Jahren habe die Zahl dieser Meldungen spürbar zugenommen.
Bevor konkrete Schritte gesetzt werden, klären die Expertinnen zunächst, ob tatsächlich Mobbing vorliegt. In etwa 70 Prozent der Fälle bestätige sich dieser Verdacht. Besonders häufig komme es zu Konflikten unter Kolleginnen und Kollegen. Auffällig sei zudem, dass sich Frauen öfter an die Arbeiterkammer wenden als Männer.
Wird ein Fall als Mobbing eingestuft, rät die AK unter anderem dazu, ein sogenanntes Mobbing-Tagebuch zu führen. Darin sollen Betroffene Vorfälle genau dokumentieren – inklusive Datum, Beschreibung der Situation und möglicher Zeuginnen oder Zeugen. Eine solche Aufzeichnung kann im Fall eines späteren Schadenersatzverfahrens von Bedeutung sein und die Erfolgsaussichten erhöhen.
Ein zentrales Problem sei jedoch, dass sich viele Betroffene erst nach Monaten Unterstützung holen. In zahlreichen Fällen bleibe dann als Ausweg nur noch die Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Auch der Umgang von Vorgesetzten und Chefs mit gemeldeten Vorfällen spiele eine entscheidende Rolle. Mitunter werde die betroffene Person nach einer Intervention versetzt – eine Maßnahme, gegen die die AK rechtlich vorgehen kann, wenn sie als unzulässig erscheint.
In vielen Fällen führt der Konflikt letztlich zur Auflösung des Dienstverhältnisses. Die AK unterstützt Betroffene dabei, wenn eine raschere Vertragsbeendigung notwendig wird. Darüber hinaus bietet sie in Betrieben Präventionsvorträge an, um frühzeitig über Mobbing aufzuklären und Eskalationen vorzubeugen.
Quelle: ORF



















































































