Gastbeitrag: Pater Karl Helmreich vom Stift Melk erhält von Außenministerin Mag.a Beate Meinl-Reisinger, die diesen „Europäischen Frühling“ gegenüber dem palästinensischen Volk an der Seite Israel vertritt, keine Antwort
„Völker können auf Grund zwingender gemeinsamer Interessen für einige Zeit zusammengeführt werden. Es hat in der europäischen Geschichte mehrere dieser Verbindungen gegeben, denen aber meist nur eine kurze Lebensdauer beschieden war, bis die Gegensätze und Unterschiede, das ewig Auseinanderstrebende dieses Kontinents, wieder die Oberhand gewann. […] Nun jedoch erleben wir den weltgeschichtlichen Punkt hinter die jahrhundertelange Periode der europäischen Uneinigkeit“.
Österreichs Außenministerin Mag.a Beate Meinl-Reisinger erinnert in ihren Pressemitteilungen an dieses Narrativ, das in der „Reichszeitschrift der Hitlerjugend“ vom November 1942 für das Wiener Zusammentreffen von „Vertretern der europäischen Jugend“ mit der Losung „Europäischer Frühling“ nachzulesen ist. Die völkermörderische Grausamkeit weiß der Faschismus immer mit Hoffnung zu verhüllen: „Wir glauben also, dass hinter allen politischen Überlegungen und den zwingenden gemeinsamen Interessen die Einigung Europas eine geschichtliche Notwendigkeit ist, die unsere Zukunft auf weite Zeitspannen hinaus bestimmen wird“. Ein enger Verbündeter dieser von Österreichs politischen Eliten propagierten Politik des „europäischen Frühlings“ ist das Regime von Israel.
Karl Helmreich (*1939), Ordensangehöriger des Stiftes Melk, hat an Außenministerin Mag.a Beate Meinl-Reisinger drei Briefe geschrieben, die von ihr bzw. von ihrem Team keiner Antwort gewürdigt werden. Pater Karl Helmreich war als Ordensmann sieben Jahre Hilfsarbeiter in einem Industriebetrieb, er arbeitete in der Flüchtlingsbetreuung, anschließend in einem Wiederaufbauprojekt im Kosovo und ist seit vielen Jahren in der Solidaritätsarbeit für Palästina aktiv tätig. Pater Helmreich hat das Online-Organ der Partei der Arbeit Österreichs ersucht, seine Intervention zu veröffentlichen.
Dokumente. Drei unbeantwortet gebliebene Hilferufe von Pater Karl Helmreich an Mag.a Beate Meinl-Reisinger
1)
Sehr geehrte Frau Außenministerin Mag.a Beate Meinl-Reisinger!
Seit Ende Dezember 2024 ist der ärztliche Leiter des Kamal-Adwan Krankenhauses in Gaza, Dr. Hussam Abu Safiya durch das israelische Militär in Haft. UN-Experten haben die Nachricht erhalten, dass sein Gesundheitszustand zunehmend kritisch ist und dass er in Haft offensichtlich gefoltert wurde. Noch am 17. Dezember 2024 wurde berichtet, dass er sich dem Evakuierungsbefehl dieses damals letzten noch teilweise funktionierenden Spitals in Gaza widersetzte, es gab damals 400 zu transportierende Patienten, auch weil es zu wenige Krankenwagen gab und das Leben vieler durch Entfernung von medizinischen Geräten gefährdet wäre. Ich bitte Sie, bei der Israelischen Regierung auf seine medizinische begleitete Entlassung zu dringen. Zu den Ungeheuerlichkeiten Israels gehört ja, dass dem Internationalen Roten Kreuz der Zutritt zu den Gefangenenlagern verweigert wird, auch meist den Anwälten. Die erhobenen Vorwürfe werden fast nie in einem fairen Verfahren bewiesen, sie bleiben Behauptungen. Die Militärgerichte, vor die Palästinenser ausschließlich kommen, lassen ein ordentliches Verfahren nicht wirklich zu, auch die Rechte der Anwälte sind sehr eingeschränkt.
Auch erreicht mich die Nachricht, dass „Save the Children International – Palestine“ sich gezwungen sieht, seine Tätigkeit einzustellen. Vorwürfe Seitens Israel haben sich nach einjähriger Prüfung als völlig haltlos herausgestellt (wie bei anderen Organisationen auch). Aber sofort wurden damals die Förderungen europäischer Länder eingestellt – auch durch Österreich. Die massiven Pressionen Israels lassen die Organisationen nun ihre für Kinder so segensreiche, langjährige Tätigkeit beenden. Nach UNRWA die nächste überlebensnotwendig wichtige Organisation, so tötet Israel weiter nicht durch Waffen, sondern Verhinderung von Überlebenshilfe!
Was gedenken Sie zu tun, Frau Minister? Es bedarf spürbaren Handelns! Urschnell wurde gehandelt, bei der Einstellung von Hilfe. Aber dem völkermörderischen Tun Israels gegenüber – auch jetzt – gibt es keine Handlungen der EU, schon bisher hat sich Österreich bei Abstimmungen gerne enthalten.
Ich weiß natürlich, dass Sie nicht allein entscheiden, wir haben ja eine Dreierkoalition.
Ich hoffe auf Überleben förderndes Tun.
Es grüßt Sie Karl Helmreich 13.April 2026
2)
Sehr geehrte Frau Außenministerin Mag.a Beate Meinl-Reisinger!
Sehr geehrter Herr Bundesminister Christoph Wiederkehr! (zur Information auch an den Herrn Bundeskanzler und den Herrn Vizekanzler).
Betrifft: Vernichtung der UNRWA Bildungseinrichtungen Maßnahmen gegen palästinensische Lehrpersonen
Gestern, 29.04. im ORF: Israel verbietet UNRWA Arbeit, der Organisation wird die Tätigkeit auf israelischem Staatsgebiet verweigert.
Das geht zurück auf einen Beschluss des israelischen Parlaments vom 28.10.2024, Zustimmung aller! Abgeordneten, bis auf die 10 „Arabischen“ Abgeordneten.
Und wieder einmal, keine Reaktion der westlichen Welt sofort, Schweigen dazu!
UNRWA betreibt 10 Schulen in den besetzten Gebieten (und hat ja auch überwiegend das Schulsystem in Gaza getragen) und eine große Berufsschule für palästinensische Jugendliche. Dieser Berufsschule wurde schon im Jänner der Strom abgedreht. Schulen in Ostjerusalem wurden seitens Israel geschlossen. Die Kinder und Jugendlichen sind immer wieder am Schulbesuch gehindert durch immer mehr Absperrungen, es gibt Angriffe auch durch militante Siedler und sogar Tote. Die beiden palästinensischen Universitäten werden immer wieder durch israelisches Militär gestürmt (u. a. Haaretz v. 9. 12. 2025).
Nicht nur, dass in Gaza das dritte Jahr die Kinder und Jugendlichen keinen regulären Unterricht haben (zu den unbeschreiblichen Lebensbedingungen hinzu), ist UNRWA in den besetzten Gebieten die einzige Organisation, die palästinensischen Kindern und Jugendlichen mit Unterrichtsräumen und besoldeten Lehrpersonal Bildung ermöglicht – was ja eigentlich die Verpflichtung Israels wäre. Von unschätzbarem Wert ist die Möglichkeit einer Berufsausbildung wie in dieser im Video gezeigten UNRWA Schule!
Außerdem gibt es einige Privatschulen, meist in christlicher Trägerschaft.
Aber jetzt gibt es einen neuen Anschlag auf die, die Bildung derzeit vermitteln. Die israelische Behörde hat angekündigt, dass alle Lehrpersonen, die ihre Ausbildung allein an palästinensischen Instituten erhielten, mit dem Schuljahr 2026/27 die Arbeitserlaubnis verlieren, dies trifft auch mehrheitlich die Lehrpersonen der Privatschulen. Das heißt, nicht nur die UNRWA Schulen werden geschlossen, sondern die Mehrheit der palästinensischen Lehrer verliert auch die Arbeitserlaubnis!
Und wieder – Schweigen in Europa!
In vielen „Entwicklungsländern“ ist das Schulwesen noch sehr mangelhaft, oder viele Kinder haben keinen Zugang zum Bildungssystem.
In der „Demokratie“ Israel mit ausreichenden Möglichkeiten wird bewusst das Bildungssystem für palästinensische Kinder und Jugendliche, Studierende, … zerstört unter stiller Duldung der westlichen Welt und Österreichs, Österreichs politische Führung, die sich als bedingungslose Unterstützende der Israelischen Regierung sieht unter Missachtung grundlegender Menschenrechte, auch des Rechts auf Bildung! Der universalen Kinderrechte!
Wann werden Sie endlich handeln? Mit anderen Einhalt gebieten? Öffentlich unübersehbar handeln?
Karl Helmreich, am 30. 04. 2026
3)
Sehr geehrte Frau Außenministerin Mag.a Beate Meinl-Reisinger!
Ich weiß ja nicht, ob an Sie adressierte Post wirklich in Ihre Hände kommt.
Neu erreicht uns die Nachricht, dass das Leben des in Gaza gefangenen und verschleppten Ärztlichen Leiters des Kamal-Adwan Krankenhauses Dr. Hussam Abu Safiya sich dramatisch verschlechtert hat, sein Leben aufs äußerste bedroht ist.
Aber mein Schreiben ist ein volles Monat ohne Antwort! Haben Sie nicht einen Botschafter in Israel eingesetzt ?
Nach wie vor ist der Umgang mit der Bedrängnis von palästinensischen Zivilpersonen, Gesundheitspersonal trotz UN Berichten, Berichten von ai, von Ärzte ohne Grenzen seitens Ihres Ministeriums nicht merkbar.
Es geht um ein Menschenleben! eines Menschen, der sich aufs Äußerste für Menschen als Arzt und verantwortlicher Leiter eines bedrohten Krankenhauses eingesetzt hat !
Wir werden mit dem Fall in die Medien gehen, wenn keine nachweislichen Bemühungen erfolgen.
Ich bin aufs äußerte empört
Karl Helmreich


















































































