Der Mangel an qualifizierten Lehrkräften betrifft Wien und Österreich; das wurde mehrmals von der ZdA berichtet. Diese negative Entwicklung ist jedoch kein Phänomen, das sich nur hier in Österreich beobachten lässt.
London. Aktuelle Zahlen aus England zeigen deutlich, dass trotz des wachsenden Bedarfs an Lehrkräften die Anzahl der Lehrer und Lehrerinnen in öffentlichen Schulen seit 2 Jahren kontinuierlich sinkt. Konkret gibt es heuer in England laut der Statistik des englischen Ministeriums für Bildung 466.300 Lehrer und Lehrerinnen, was einem Rückgang von 1.900 Lehrkräften entspricht. Die Regierung weist die Vorwürfe zurück und skizziert ein harmonisches Bild, bei dem das Ziel von 6.500 zusätzlichen Lehrkräften (inkl. Lehrer und Lehrerinnen mit speziellen Aufgaben) schon fast erreicht wäre.
Aber die Zahlen sprechen eine klarere Sprache als bürgerliche Politiker und Politikerinnen. Vergleicht man die Zahl der neuen bzw. wiedereingestiegenen Lehrer und Lehrerinnen von heuer (41.000) mit der jeweiligen Anzahl vor 15 Jahren (51.000), so sieht man eine Senkung von ca. 10.000. Das ist eine alarmierende Entwicklung, die eine qualifizierte Grund- und Berufsausbildung der kommenden Generationen in England aufs Spiel setzt.
Zusätzlich zur datenbelegten quantitativen Reduzierung der notwendigen Anzahl von Lehrkräften in öffentlichen Schulen in England sieht man auch Herausforderungen bezüglich der Qualität des Schulunterrichts. In öffentlichen Schulen für Kinder im Alter von 7 und 9 Jahren – insbesondere in solchen in sozial benachteiligten Gebieten – wird Mathematik teilweise von Lehrkräften unterrichtet, die nicht auf Mathematik spezialisiert sind..
Der einzige Indikator, bei dem es einen Zuwachs gibt, ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die auf kostenlose Schulmahlzeiten angewiesen sind (+45.000). Je nach Region liegt der Anteil dieser Schülerinnen und Schüler zwischen etwa 21 % und 33 %. Romantische Leser und Leserinnen können denken, dass England ein soziales Gesicht hat und kostenlose Mahlzeiten für Kinder bereitstellt.. Aber diese Zahlen belegen augenscheinlich, dass Kapitalismus ständig soziale Ausgrenzung schafft. Diese Gratismahlzeiten machen hoffentlich die Kinder satt; aber sie dienen primär dazu, das System zu stabilisieren: ein System, das nicht mal schafft, in dem historisch ersten und in einem der am weitesten entwickelten kapitalistischen Länder der Welt genug Lehrkräfte für ihre eigene Kinder und ihre Bildung einzusetzen.
Quelle: The Guardian





















































































