Bis Ende des Jahres könnten im deutschen VW-Werk Osnabrück Militärfahrzeuge produziert werden. Laut Berichten über schriftliche Vereinbarungen soll der israelische Waffenhersteller Rafael Teile der Produktion übernehmen, um auf Fahrzeugen von VW israelische Raketenplattformen zu montieren.
Osnabrück. Schon länger stehen Gerüchte im Raum, dass es in VW-Werken zur Produktion von Rüstungsgütern kommen soll, auch für die israelische Luftabwehr Iron Dome. In Osnabrück gibt es nun deutliche Anzeichen und Absprachen mit dem israelischen Waffenhersteller Rafael, womit es zu einer Teil-Übernahme der Fabrik kommen könnte. Rafael will im VW-Werk Militärfahrzeuge für die europäische Flugabwehr bauen lassen. Israelische Raketen und Flugabwehrsysteme sollen dann in Osnabrück auf die Fahrzeuge montiert werden. Diese militärischen Systeme sollen angeblich nicht in Israel zum Einsatz kommen, dennoch ist klar, dass es zu einem gegenseitigen Wissensaustausch kommen wird. Außerdem werden die wirtschaftlichen Kooperationen mit Israel dadurch besonders in der Rüstungsindustrie vertieft.
Der Volkswagen-Konzern befindet sich, wie große Teile der deutschen Wirtschaft, seit Längerem in einer strukturellen Krise. Den Ausweg suchen die Chefs in Massenentlassungen oder in diesem Fall im Umstieg auf Waffenproduktion. Nicht nur die Chefs, sondern auch die Führung der IG-Metall machen mit. Anstatt sich diesen Plänen aktiv entgegenzustellen, beteiligt sich die Gewerkschaftsführung an der Verwaltung des Stellenabbaus bzw. des Umbaus auf Kriegswirtschaft. Darüber hinaus kommentiert sie die Pläne nicht einmal kritisch, sondern verweist nur auf laufende Verhandlungen.
Bis Sommer 2027 läuft die Produktion von mehreren Automodellen am Standort in Osnabrück aus, weshalb potentiell die Arbeitsplätze bedroht sind. Für die ca. 2.300 Kollegen, die dort beschäftigt sind, würde dieser Deal somit zwar eine Atempause in Hinblick auf ihr Beschäftigungsverhältnis bedeuten. Der Deal fügt sich allerdings in die massive Aufrüstung und den damit verbundenen Sozialabbau ein. Abgesehen von der Tatsache, dass er der Kriegsvorbereitung dient, präsentiert er somit auch keine langfristige Lösung und bietet keine Perspektive zur tatsächlichen Verbesserung der Arbeitsbedingungen.
Quelle: NDR



















































































