Der neuste Bericht der EU-Drogenagentur zeigt besorgniserregende Trends auf: Immer mehr synthetische Drogen werden in Umlauf gebracht. Der Konsum von Drogen wie Kokain und Ketamin steigt in Österreich und EU-weit
Brüssel/Wien. Im am Dienstag veröffentlichten Bericht der EU-Drogenagentur (EUDA) zeichnet sich ein besorgniserregendes Bild ab. Immer mehr – meist synthetische – Substanzen überschwemmen den europäischen Drogenmarkt. Laut Bericht wird jede Woche eine neue psychoaktive Substanz entdeckt. Viele dieser Stoffe bergen erhebliche Gesundheitsrisiken und können unmittelbar zum Tod führen.
Dementsprechend wurden in der EU innerhalb eines Jahres mindestens 7.600 Todesfälle registriert, die mit Drogenkonsum in Zusammenhang standen. Sieben von zehn dieser Todesfälle gingen auf Opioide wie Heroin zurück. In Österreich wurden im selben Zeitraum 188 drogenbedingte Todesfälle verzeichnet.
Besorgniserregende Tendenzen
Aus dem Bericht geht außerdem hervor, dass der Konsum bestimmter Drogen sowohl in der EU als auch in Österreich zunimmt. Besonders der Konsum von Kokain steigt seit Jahren in allen Altersgruppen. Rückstände der Droge werden dabei nicht nur in Großstädten wie Wien oder Klagenfurt, sondern zunehmend auch in kleineren Städten und Gemeinden wie Kufstein oder Knittelfeld in Abwasseranalysen nachgewiesen.
Als besonders gefährlich bewertet die EUDA die steigende Verbreitung von Ketamin. Ursprünglich wird dieses Medikament zur Anästhesie und Schmerzlinderung eingesetzt, zunehmend wird es jedoch als Rauschmittel konsumiert. Vor allem unter Jugendlichen und in bestimmten Clubszenen erfreut sich die Substanz wachsender Beliebtheit. Der Konsum kann zu schweren gesundheitlichen Schäden und bei Überdosierung sogar zum Tod führen.
Die mit Abstand am weitesten verbreitete illegale Droge in Österreich und Europa bleibt Cannabis. Im Jahr 2024 konsumierten 24,9 Millionen Europäerinnen und Europäer zwischen 15 und 64 Jahren Cannabisprodukte. Die EUDA verweist dabei auf eine steigende Zahl von Krankenhausaufenthalten, die mit dem Konsum in Zusammenhang stehen.
Zunehmender Drogenkonsum als Ausdruck des Kapitalismus
Der zunehmende Drogenkonsum steht in engem Zusammenhang mit den gesellschaftlichen Verhältnissen. Unsichere Lebensbedingungen, soziale Isolation und Perspektivlosigkeit führen dazu, dass Menschen versuchen, ihren Problemen durch den Konsum von Drogen zu entkommen oder den Alltag zumindest zeitweise erträglicher zu machen.
Diese individuelle Flucht kann jedoch keine Lösung für gesellschaftliche Probleme sein. Sie bleibt zwangsläufig kurzfristig und führt häufig zu schweren gesundheitlichen und sozialen Folgen.
Eine dauerhafte Lösung der Drogenproblematik setzt die Überwindung jener gesellschaftlichen Verhältnisse voraus, die Verelendung, Unsicherheit und Hoffnungslosigkeit hervorbringen. Denn Ausbeutung und Perspektivlosigkeit schaffen überhaupt erst die Bedingungen, unter denen ein großer Markt für Drogen entstehen kann.
Quelle: Der Standard/Der Standard




















































































