Während die arbeitende Bevölkerung unter den hohen Stromkosten leidet, streichen die Vorsitzenden des tiroler landeseigenen Energieunternehmens TIWAG Rekordgehälter ein.
Innsbruck/Wien. Die TIWAG steht erneut in der Kritik. Den drei Vorstandsmitgliedern wurden im vergangenen Jahr insgesamt rund 1,41 Millionen Euro ausbezahlt. Das entspricht einem Bruttomonatsgehalt von rund 40.000 Euro pro Person – etwa 20.000 Euro mehr als das Gehalt des Tiroler Landeshauptmanns Anton Mattle. Auch im Vergleich zu den Energieversorgern anderer Bundesländer zählen die Vorstandsgehälter zu den höchsten Österreichs.
TIWAG als Landeseigenes Unternehmen
Die TIWAG ist ein Stromerzeugungs- und Energieversorgungsunternehmen mit Sitz in Innsbruck. Sie ist das größte Energieunternehmen Tirols und befindet sich zu 100 Prozent im Eigentum des Landes Tirol.
In den vergangenen Jahren erwirtschaftete das Unternehmen jeweils Umsätze von rund zwei Milliarden Euro – auch während der Energiekrise und der stark steigenden Strompreise, unter denen vor allem die arbeitende Bevölkerung zu leiden hatte.
Kritik an hohen Gehältern
Die hohen Gehälter der drei Voritzenden werden von mehreren Seiten kritisiert. So fordert Gebi Mair eine Obergrenze für die Auszahlung und bezeichnet 1,41 Millionen Euro als eine „unglaubliche Gesamtsumme“. Außerdem mache die TIWAG Übergewinne und der Vorstand gönne sich „Übergehälter“.
Dieser Kritik schließt sich die Liste Pilz an, doch betonen sie die Scheinheiligkeit der Grünen. Diese seien für die „zahnlosen“ Richtlinien vor Vorstandsgehältern mitverantwortlich, da sie 2016 in der Koalition mit der ÖVP für diese eingetreten sind.
Die Arbeiterkammer wirft dem Konzern erneut vor, von den wirtschaftlichen Krisen profitiert zu haben. Durch die Strompreiserhöhung – die vor allem die arbeitende Bevölkerung traf, da große Unternehmen großzügige Subventionen erhielten – erwirtschaftete die TIWAG Rekordprofite.
Ein Sprecher des Energiekonzerns erklärte, die Gehälter bewegten sich im Durchschnitt der Branche. Wie dieser Durchschnitt berechnet wurde, legte das Unternehmen jedoch nicht offen. Für diese Undurchsichtigkeit wird das Unternehmen seit 2021 vom Rechnungshof kritisiert.
Profit mit Lebensnotwendigen Gütern
Auf lebensnotwendige Güter wie Strom kann niemand verzichten. Genau diesen Umstand nutzt die TIWAG aus. Da der Strom in Tirol fast ausschließlich aus Wasserkraft erzeugt wird, führten die Energiekrisen nur zu vergleichsweise geringen Mehrkosten. Dennoch erhöhte das Unternehmen seine Preise immer wieder und begründete dies mit notwendigen Investitionen.
Wohin ein Teil diese zusätzliche Gewinne wirklichen fließen, zeigt sich nun an den Gehältern des Vorstandes.
Obwohl sich die TIWAG vollständig im Eigentum des Landes befindet, arbeitet sie nach denselben marktwirtschaftlichen Prinzipien wie andere kapitalistische Energiekonzerne. Nicht die möglichst günstige Versorgung der Bevölkerung steht im Mittelpunkt, sondern hohe Gewinne und wirtschaftliche Rentabilität.
Quelle: ORF















































































