Die Nachhilfeförderung des Bundeslandes Vorarlberg verspricht die Kosten von bis zu 15 Einheiten Nachhilfeunterricht pro Fach und pro Kind zu übernehmen. Im vergangenen Jahr wurden damit jedoch insgesamt nur fünf Schülerinnen und Schüler unterstützt. Ausbezahlt wurden 809 Euro.
Bregenz. Der Nachhilfe-Monitor der Arbeiterkammer zeigt, dass beinahe ein Viertel aller Schülerinnen und Schüler bezahlte Nachhilfe in Anspruch nimmt. Eltern geben dafür rund neun Millionen Euro im Jahr aus. Im Schnitt sind das 790 Euro pro Nachhilfekind und Jahr. Von fehlender Nachfrage nach einer entsprechenden Förderung kann also keine Rede sein.
Die Gründe, warum die Nachhilfeförderung trotzdem kaum in Anspruch genommen wird, sind vielfältig. Einerseits ist die Förderung nicht ausreichend bekannt und wurde zu wenig beworben. Andererseits sind die Voraussetzungen extrem streng. Um überhaupt darum ansuchen zu können, muss im entsprechenden Fach bereits ein „Nicht genügend“ in der Schulnachricht oder im Zeugnis stehen. Wer im Laufe des Schuljahres ein „Nicht genügend“ noch verhindern möchte, hat keinen Anspruch auf eine Förderung. Ebenso wenig wird unterstützt, wer seine Note lediglich verbessern möchte, beispielsweise von einem Vierer auf einen Dreier.
Ob diese Kriterien zu eng gefasst sind, lässt Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink (ÖVP) offen: „Nichts ist für die Ewigkeit geschrieben, und wir werden sicher noch einmal genau analysieren, ob wir an den Kriterien etwas verändern wollen.“
Warum erst jetzt „genau analysiert“ werden soll, ob die Hürden für die Förderung zu hoch sind, bleibt allerdings unklar. Schließlich wurde die Beihilfe zwischen 2020 und 2024 insgesamt nur zwölfmal gewährt. 2023 zahlte das Land gerade einmal 165 Euro aus, 2024 waren es 132 Euro. Dass die Förderung kaum bei jenen Eltern sowie Schülerinnen und Schülern ankommt, die sie benötigen würden, ist dem Land also seit Jahren bekannt.
Das österreichische Schulsystem ist längst auf private Nachhilfe angewiesen. Anstatt das öffentliche Schulsystem so auszustatten, dass zusätzliche bezahlte Nachhilfe gar nicht erst notwendig wird, werden die Kosten auf die Familien der Schülerinnen und Schüler abgewälzt. Als Ausgleich gibt es lediglich symbolische Beihilfen mit derart strengen Zugangskriterien, dass nur ein kleiner Teil der Betroffenen überhaupt Anspruch auf Unterstützung hat. So bleiben auch die Kosten für das Land gering.
Quelle: ORF




















































































