Die über 20 Stunden andauernden Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad sind aktuell ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Die Verhandlungen fanden vor dem Hintergrund einer ohnehin fragilen „Waffenruhe“ statt und verdeutlichen einmal mehr die anhaltenden Spannungen in der Region.
Der US-Vizepräsident J. D. Vance bestätigte nach seiner Abreise nach Washington, dass keine Einigung erzielt werden konnte. Zugleich verschärfte er den Ton gegenüber Teheran: Das Scheitern der Gespräche sei eine „schlechte Nachricht“ weiter hält er fest: „Und ich denke, für den Iran sind das viel mehr schlechte Nachrichten als für die Vereinigten Staaten von Amerika. Wir kehren also in die USA zurück, ohne eine Einigung erzielt zu haben“. Washington habe während der Verhandlungen das „letzte und beste Angebot“ vorgelegt
Im Zentrum der US-Forderungen stand vor allem das iranische Atomprogramm. Die USA verlangten verbindliche Zusagen, dass der Iran weder Atomwaffen entwickeln noch die technischen Voraussetzungen dafür schaffen werde. Andere zentrale Streitpunkte wurden von US-Seite hingegen kaum thematisiert – insbesondere die neue Lage in der strategisch entscheidenden Region der Straße von Hormus.
Berichten zufolge bestanden die USA auf zwei Kernforderungen, die von der iranischen Delegation zurückgewiesen wurden: die Übergabe angereicherten Urans sowie die Öffnung der Straße von Hormus ohne Anerkennung iranischer Souveränität über das Gebiet. Es wird auch über die Lage im Libanon als weiterer Uneinigkeitsfaktor in der Gesprächen spekuliert.
Parallel zu den Verhandlungen erklärt das US-Militär, zwei Zerstörer seien zu vorbereitenden Operationen in die Straße von Hormus entsandt worden, um eine mögliche Minenräumung zu unterstützen. Die iranischen Revolutionsgarden wiesen diese Darstellung zurück und kündigten an, gegen jedes Kriegsschiff, das die Meerenge zu durchqueren versuche, mit Härte vorzugehen.
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghaei, kritisierte die US-Position scharf. Washington müsse seine „überzogenen und unzulässigen Forderungen“ aufgeben. Der Erfolg diplomatischer Bemühungen hänge „von der Ernsthaftigkeit und dem guten Willen der Gegenseite ab“ sowie von der Anerkennung legitimer Rechte und Interessen des Iran.
Zugleich betont Teheran es sei von Anfang an klar gewesen, dass eine Einigung nicht in einer einzigen Gesprächsrunde erreicht werden könne. Der Iran wolle weiterhin diplomatische Kanäle nutzen und seine regionalen Kontakte – unter anderem zu Pakistan – ausbauen.
Gespräche zwischen den USA und dem Iran auf höchster Ebene gab es in der Vergangenheit kaum seit der Islamischen Revolution 1979. Das waren die ersten direkten Verhandlungen zwischen beiden Seiten seit 2015. Hier wurde in Wien das internationale Atomabkommen geschlossen, das verhindern sollte, dass der Iran eine Atombombe entwickelt. Die USA stiegen jedoch 2018 aus dem Abkommen aus und somit auch aus den diplomatischen Verhandlungen hierüber aus.
Zum Ende der aktuellen Friedensverhandlungen kam ein Appell zur Deeskalation aus Islamabad: Der pakistanische Außenminister Ishaq Dar forderte beide Seiten auf, die zweiwöchige Waffenruhe einzuhalten. Deren Fragilität sei jedoch von Beginn an offensichtlich gewesen.
Hinter den aktuellen Spannungen steht ein größerer Kontext: die wachsende Rivalität zwischen den USA und China um Einfluss, Handelsrouten und Energiewege. Diese Konkurrenz prägt zunehmend die Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten – und erschwert zugleich jede nachhaltige diplomatische Lösung im Konflikt zwischen Washington und Teheran.

















































































