Start Internationales Mehr als 200 Tote der FARC

Mehr als 200 Tote der FARC

Seit der Unterzeichnung des Friedensabkommens der ehemaligen Guerilla FARC-EP (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia – Ejército del Pueblo, d.h. „Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens – Volksarmee“) mit dem kolumbianischen Staat im Jahr 2016 wurden bereits 217 Unterstützer der nunmehr legalen FARC-Partei ermordet. Einige ehemalige Kämpfer sind wieder in den Untergrund gegangen.

Kolumbien. Am 12. Juli 2020 gab die kolumbianische FARC-Partei „Fuerza Alternativa Revolucionaria del Común“ (Alternative Revolutionäre Kraft des Miteinander) bekannt, dass erneut eines ihrer Mitglieder ermordet wurde. Das jüngste Opfer war der 32 Jahre alte Fredy Fajardo Ávila, der in der Gemeinde La Uribe in der Provinz Meta lebte. Wie viele andere befand er sich im Prozess der Wiedereingliederung in das zivile Leben. Mit dem jüngsten Mord wurden bereits 217 Mitglieder und Unterstützer der FARC seit Friedensabschluss und Entwaffnung der früheren Guerillagruppe in Kolumbien ermordet.

Immer wieder macht die FARC auf die Ermordung ihrer Mitglieder aufmerksam und fordert einen wirksamen Schutz ihrer Mitglieder ein. Sie weist auf die systematische Tötung ihrer Mitglieder durch paramilitärische Gruppen hin sowie auf die Komplizenschaft der Regierung bei dieser kriminellen Vorgehensweise. Die Provinz Meta ist eine der gefährlichsten Regionen in Kolumbien. Dort agiert eine Vielzahl bewaffneter Gruppen. Neben dem Terror durch paramilitärische Gruppen in der Provinz Meta ist die Bevölkerung der Provinz auch dem Terror der staatlichen Sicherheitskräfte ausgesetzt. Die Regierung schickt immer wieder das Militär zur Zerstörung von Koka-Plantagen und übt gleichzeitig Terror gegen die lokale Bevölkerung aus. Die paramilitärischen Gruppen übernehmen für das Militär vielfach die Aufgabe, unliebsame Personen aus dem Weg zu räumen.

Bereits im August 2019 hatten ehemalige Kommandanten der FARC-EP verkündet, zum bewaffneten Kampf zurückzukehren. Darunter war der zweitranghöchste Kommandant der FARC, Iván Márquez. Márquez war nach Unterzeichnung des Friedensabkommens von der Regierung unter dem Vorwurf, in den Drogenhandel involviert zu sein, verhaftet worden. Wenige Tage nach seiner Haftentlassung war er untergetaucht und gab damals mit anderen ehemaligen Kommandanten die Rückkehr zum bewaffneten Kampf bekannt. Begründet wurde dies mit dem Bruch des Friedensabkommens durch die kolumbianische Regierung. Unter dem Eindruck der anhaltenden Morde an FARC-Mitgliedern hatten sich seither immer wieder Teile der Partei abgelöst und sind ebenfalls in den Untergrund gegangen.

Quelle: redglobe/redglobe

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