Proteste, Gewaltvorwürfe und Zugangsbeschränkungen prägen die Lage an der wichtigsten staatlichen Universität des Landes.
Guatemala-Stadt. An der Universität San Carlos von Guatemala (Usac) haben sich in dieser Woche die Spannungen rund um die Rektorenwahl weiter verschärft. Studierende versammelten sich auf dem Campus, während der Wahlprozess – bereits seit 2022 umstritten – erneut von Konflikten begleitet wird.
Lokalen Berichten zufolge organisierten Studierende der Fakultäten für Zahnmedizin sowie Veterinärmedizin und Zootechnik am Dienstag eine Protestaktion in Zone 12. Teilnehmerinnen und Teilnehmer erklärten, sie seien während der Demonstration von unbekannten Personen angegriffen worden.
Akademische Gruppen aus dem oppositionellen Spektrum kritisieren, dass die aktuellen Bedingungen ihre Möglichkeiten einschränken, sich auf dem Campus zu organisieren und zu demonstrieren. Die Universitätsleitung weist hingegen jede Verbindung zu den mutmaßlich vermummten Angreifern zurück und betont, man sei um Dialog bemüht.
Das Medium La Hora berichtete, dass Studierende vor dem gewaltsamen Öffnen von Toren Reifen in Brand gesetzt hätten. Mitglieder von Streikkomitees, die dem amtierenden Rektor Walter Mazariegos nahestehen, hätten daraufhin mit Gewalt reagiert und unter anderem Molotowcocktails eingesetzt.
Die Auseinandersetzungen stehen im Zusammenhang mit grundlegender Kritik am Wahlsystem der Universität. Dieses sieht vor, dass jedes Wahlgremium eine einzelne Stimme abgibt. Eine breite Abstimmung unter der gesamten Universitätsgemeinschaft findet nicht statt; stattdessen entscheidet die Anzahl der akkreditierten Gremien über den Ausgang.
Studierende berichteten zudem, dass Gruppen mit Schlagstöcken und Knüppeln auf den Campus gelangt seien und Eingänge mit Schlössern blockiert hätten, wodurch Studierende, Lehrende und Verwaltungsangestellte am Zugang gehindert wurden.
Der laufende Wahlprozess ist weiterhin umstritten und knüpft an die Ereignisse von 2022 an, als Walter Mazariegos in einem ebenfalls angefochtenen Verfahren zum Rektor gewählt wurde. Schon damals wurden Korruptionsvorwürfe laut. Die Situation bleibt angespannt und ist geprägt von Konflikten über Zugang, Beteiligung und die Bedingungen politischer Organisation innerhalb der Universität.
Quelle: teleSUR


















































































