HomeKlassenkampfSolidarität mit den Streikenden in der Metalltechnischen Industrie

Solidarität mit den Streikenden in der Metalltechnischen Industrie

Nach einer elfstündigen Verhandlung endete die sechste Runde der Lohnverhandlungen für die Metaller gestern Abend ohne Ergebnis. Die Gewerkschaften PRO-GE und GPA kritisierten das Angebot von Lohn- und Gehaltserhöhungen mit im Schnitt sechs Prozent als weiterhin deutlich zu gering. In Reaktion auf die gescheiterten Verhandlungen kündigten sie an, die Streiks deutlich auszuweiten.

Die Gewerkschaften waren mit einer Forderung von 11,6 Prozent in die Kollektivvertragsverhandlungen gegangen, während die Arbeitgeber lediglich eine Erhöhung von 2,5 Prozent anboten. Angesichts zweistelliger Preissteigerungen erklärten die Gewerkschaften das Angebot für inakzeptabel.

Die Chefverhandler der Gewerkschaften, Reinhold Binder (PRO-GE) und Karl Dürtscher (GPA), betonten gestern gegen 23 Uhr, dass trotz eines siebenwöchigen Verhandlungsmarathons keinerlei Bereitschaft seitens der Industrie bestehe, ein vernünftiges Angebot für nachhaltige Lohn- und Gehaltserhöhungen vorzulegen: „Die Streikbereitschaft ist riesengroß und das bekommen sie jetzt zu spüren!“ In rund 200 Betrieben der Metalltechnischen Industrie (FMTI) sollen von heute, Dienstag, bis einschließlich Freitag Streiks stattfinden.

Solidarität ist gefragt!

Die Kolleginnen und Kollegen in der Metalltechnischen Industrie führen einen wichtigen Kampf um angemessene Lohn- und Gehaltserhöhungen. Deshalb ist es umso wichtiger, sich solidarisch zu zeigen und ihre berechtigten Forderungen zu unterstützen. Der Streik ist ein legitimes Mittel und dieser Arbeitskampf betrifft nicht nur die direkt beteiligten Kolleginnen und Kollegen, sondern hat Auswirkungen auf die noch bevorstehenden Lohnverhandlungen in anderen Branchen.

Streik-FAQ

Nachstehend haben wir versucht, einige wichtige Fragen zum Thema Streik zu beantworten:

Was ist ein Streik?

Ein Streik ist ein organisiertes und planmäßiges kollektives Vorgehen, bei dem die Beschäftigten die normale Arbeit niederlegen, um bestimmte Ziele zu erreichen. Es ist ein Mittel des Arbeitskampfes, um beispielsweise bessere Arbeitsbedingungen, höhere Löhne oder verbesserte Sozialleistungen zu erreichen. Die Botschaft ist klar: Ohne die Arbeitskraft der Beschäftigten funktioniert kein Betrieb oder keine Institution. Der Streik dient als kraftvolles Mittel, um Druck auf Arbeitgeber und sogar Regierungen auszuüben. Es besteht zudem die Möglichkeit, dass ein Streik weitreichendere politische oder gesellschaftliche Ziele verfolgt.

Welche Arten des Arbeitskampfes gibt es?

Arbeitskampf umfasst alle Mittel, die eingesetzt werden können, um gewerkschaftliche Forderungen durchzusetzen. Das weitgehend bekannteste Mittel des Arbeitskampfes ist der Streik. Weitere Arbeitskampfmethoden umfassen Betriebsbesetzungen, Betriebsblockaden oder Boykotte. In jedem Arbeitskampf entstehen neue Aktionsformen. Die entscheidende Zielsetzung dabei ist, Verbesserungen für die Beschäftigten zu erzielen. Es gibt aber auch verschiedene Arten des Streiks:

  • Abwehrstreik: Die Kolleginnen und Kollegen wehren sich gegen Verschlechterungen ihrer Arbeitsbedingungen.
  • Angriffsstreik: Arbeitnehmer versuchen, Verbesserungen zu erzwingen.
  • Generalstreik: Alle Beschäftigten eines Landes legen die Arbeit nieder.
  • Vollstreik: Beschäftigte einer Branche streiken.
  • Teilstreik: Nur ein bestimmter Teil der Beschäftigten streikt.
  • Warnstreik: Ein zeitlich begrenzter Streik, um den Ernst der Situation zu zeigen.
  • Sitzstreik: Die Kolleginnen und Kollegen bleiben untätig an ihrem Arbeitsplatz oder blockieren einen Ort.
  • Passive Resistenz: Das Arbeitstempo wird verlangsamt, und Vorschriften werden penibel eingehalten.
  • Solidaritätsstreik: Beschäftigte streiken nicht im eigenen Interesse, sondern zur solidarischen Unterstützung anderer.
  • Wilder Streik: Ist eine Form des Arbeitskampfes, bei dem die Kolleginnen und Kollegen ohne die formelle Zustimmung oder Koordination durch die offiziellen Gewerkschaftsstrukturen in den Ausstand treten. Anders als bei einem regulären, von der Gewerkschaft organisierten Streik, erfolgt ein wilder Streik oft spontan und ohne vorherige Ankündigung oder Abstimmung mit den offiziellen Gewerkschaftsvertretern.

Ist Streik in Österreich erlaubt?

Ja, in Österreich gibt es ein Recht auf Streik. Artikel 11 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) und Artikel 8 des UN-Sozialpaktes garantieren das Recht, Gewerkschaften zu gründen und diesen beizutreten, was auch das Recht auf Streik einschließt. Kündigungen aufgrund der Teilnahme an einem Streik sind rechtswidrig und die Teilnahme daran ist auch nicht strafbar.

Wer darf streiken?

Grundsätzlich können alle Beschäftigten, einschließlich Angestellte, Arbeiterinnen und Arbeiter sowie Lehrlinge, streiken. Ausnahmen sind beispielsweise Berufsschülerinnen und ‑schüler, die ihre Schulpflicht erfüllen müssen.

Was droht Kolleginnen und Kollegen, wenn sie streiken?

In Österreich sind Kündigungen aufgrund der Teilnahme an einem Streik rechtswidrig. Arbeitgeber dürfen Beschäftigte nicht wegen ihres Streikengagements entlassen oder benachteiligen.

Wer zahlt meinen Lohn, wenn ich streike?

Wenn du streikst, besteht in der Regel kein Entgeltanspruch gegenüber dem Arbeitgeber. Gewerkschaftsmitglieder können jedoch über den Streikfonds der Gewerkschaft entschädigt werden. Die Höhe der Entschädigung hängt von der Dauer der Zugehörigkeit zur Gewerkschaft ab. Eine der Forderungen eines Streiks ist in den allermeisten Fällen auch immer, dass es zu keinen Abzügen (in Form von Gehalt oder Minusstunden) durch die Unternehmen kommt.

Quelle: ORF / PRO-GE / ÖGB / Moment

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