Die neue Bildungsreform, die für 2027/28 angesetzt ist, wird von Bundesregierung und insbesondere NEOS, als Modernisierung des Bildungssystems verkauft. Dabei gibt es einiges zu kritisieren. So lehnt die Jugendfront diese in einer neuen Erklärung als „Lehrplanreform in der Handschrift des Kapitals“ ab.
Wien. Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) bezeichnete die ab dem Schuljahr 2027/28 einsetzende Lehrplanreform an den AHS-Oberstufen in einer Pressekonferenz als „guten Kompromiss“. Die PdA und Jugendfront lehnen diese in einer neuen Erklärung als eine „Lehrplanreform in der Handschrift des Kapitals“ ab, denn diese entspreche den ideologischen und ökonomischen Erfordernissen des Kapitalismus und nicht der Förderung der Schülerinnen und Schüler.
In der geplanten Reform ist ein neuer Pflichtgegenstand „Medien und Demokratie“ vorgesehen. Mit diesem würde, laut PdA und Jugendfront, ein neues Instrument des ideologischen Klassenkampfes von oben geschaffen:
„Im Rahmen dieses Fachs eine materialistische und kritische Analyse der bürgerlichen Demokratie und ihrer Medienlandschaft zu erwarten, wäre naives Wunschdenken. Schon jetzt wird in Fächern wie Geografie und Geschichte das kapitalistische System mitsamt Konkurrenzdenken und Vereinzelung positiv verklärt und als alternativlos dargestellt. Angesichts der Tatsache, dass das Vertrauen der Jugend in die bürgerliche Gesellschaftsordnung aufgrund imperialistischer Kriege sowie wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Krisen zunehmend ins Wanken gerät, soll mit „Medien und Demokratie“ Ordnung in die Köpfe junger Menschen gebracht und damit zur ideologischen Reproduktion des Systems beigetragen werden.“
Ebenfalls kritisiert wird die neue Fokussierung auf „aktuelle Themen“, da erwartet wird, dass diese im Interesse des Kapitals verzerrt dargestellt werden.
Auch das neue Pflichtfach „Medienkompetenzen“ wird kritisch gesehen, denn es läuft Gefahr, „nicht auf eine Analyse von Eigentumsverhältnissen und den daraus resultierenden Interessen in der Medienlandschaft abzuzielen, sondern Teil der ideologischen Auseinandersetzung im imperialistischen Konkurrenzkampf zu sein. Während Medien aus Russland oder China pauschal als Propaganda eingeordnet werden, werden die engen Verflechtungen der eigenen bürgerlichen Medien mit Banken, Konzernen und bürgerlichen Parteien in aller Regel vertuscht.“
Weiters verurteilen Jugendfront und PdA die immer weiter forcierte Ausrichtung des Unterrichts auf sogenannte „Leistungskompetenzen“. Mit diesem Fokus werde die vollumfängliche Bildung von Schülerinnen und Schülern vernachlässigt und das Schulsystem immer mehr auf das Interesse des Kapitals auf direkt ökonomisch verwertbare Inhalte zugeschnitten. Ein deutliches Beispiel für diese Tendenzen sei die Ausweitung des Informatikunterrichts mit einem Schwerpunkt auf künstliche Intelligenz.
Die Erklärung endet mit deutlichen Forderungen nach der „Überwindung der sozialen Ungleichheit im Bildungssystem, die sich in unterschiedlichen Bildungschancen entlang der Klassenlinien ausdrückt“, sowie echter „demokratische[r] Mitbestimmung von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften“ und dem „Aufbau eines Bildungssystems, das sich nicht an den Bedürfnissen des Kapitals, sondern an der allseitigen Entwicklung des Menschen orientiert.“
Die gesamte Erklärung ist auf der Webseite der Jugendfront nachzulesen.


















































































