Das KI-Unternehmen Palantir verdoppelte seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr nahezu. Zurückzuführen ist dieses Wachstum teilweise auf lukrative Regierungsverträge mit den USA und Israel. Gleichzeitig steht Palantir in der Kritik für die Einflussnahme auf britische Politiker.
Washington. Das KI-Unternehmen Palantir verzeichnete im vergangenen Quartal ein außergewöhnlich starkes Wachstum. Mit einem Umsatzplus von 93 Prozent gegenüber dem Vorjahr konnte das Unternehmen seine Einnahmen nahezu verdoppeln. Mit 1,94 Milliarden US-Dollar übertraf Palantir sowohl die Erwartungen der Analysten als auch die Prognosen des Firmenchefs Alex Karp.
Das größte Wachstum verzeichnete Palantir im Heimatmarkt der USA. Dort stieg der Umsatz um 149 Prozent. Zum Großteil ist dies großzügigen Regierungsverträgen zu verdanken, die im vergangenen Jahr um 90 Prozent auf insgesamt 809 Millionen US-Dollar anwuchsen.
Palantirs KI-Tools als Waffen für Krieg und Unterdrückung
Die US-Regierung und deren Behörden nutzen die Dienste von Palantir vor allem für die Überwachung ihrer Bürgerinnen und Bürger, zum Durchsetzen ihres Migrationsregimes und für imperialistische Kriege im Ausland. So verwendet die US-Einwanderungsbehörde ICE Software von Palantir, um Migrantinnen und Migranten ausfindig zu machen und diese anschließend aus ihren Häusern oder von ihren Arbeitsplätzen zu verschleppen. Vertreter des US-Militärs berichten stolz von ihrem Einsatz von KI-Tools im Iran-Krieg, mit denen vermeintlich effizient Zielerfassung und anschließende Tötungsaktionen durchgeführt werden können.
Palantir verdient auch durch den Genozid am palästinensischen Volk durch Israel. Die israelischen Sicherheitsbehörden nutzen Dienste von Palantir ebenfalls zur Beschattung ihrer Bürgerinnen und Bürger – jedoch insbesondere von Palästinenserinnen und Palästinensern sowie politischen Oppositionellen. Die Streitkräfte des Apartheid-Staats nutzen diese Tools zur Ortung von Palästinenserinnen und Palästinensern im Gazastreifen und zur gezielten Tötung von Journalisten, Ärzten, Lehrern und weiteren Personen, die versuchten die Infrastruktur während der Angriffe durch das israelische Militär aufrecht zu erhalten.
Palantir profitiert einerseits direkt durch die lukrativen Regierungsverträge mit Isreal. Andererseits nutzt das KI-Unternehmen diese Möglichkeit, um ihre Technologien in Kampfsituationen zu testen. Die so geprüften Systeme werden anschließend mit dem – als Qualitätsmerkmal verstandenem – Siegel „Von israelischen Sicherheitskräften genutzt“ verkauft.
Palantir in Kritik für Einflussnahme auf britische Regierung
In der britischen Presse stand Palantir vor einigen Wochen unter Beschuss, da Recherchen von Investigativjournalisten aufdeckten, dass die Firma Einfluss auf Politiker und Beamte im Vereinigten Königreich nahm. Diese Einflussnahme führte – neben anderen Verträgen – zu einem Auftrag des britischen Nationalen Gesundheitsservice (NHS) im Wert von 330 Millionen Pfund.
Mit diesem Auftrag bekommt das NHS Zugriff auf die Software FDP. Diese Software wird dazu verwendet Daten von verschiedenen Akteuren im Gesundheitswesen, wie zum Beispiel Ärzten, Apothekern, Krankenhäusern usw., zu sammeln und mithilfe von KI zu verwerten. Begründet wurde die Entscheidung für diese Software damit, dass sie die schnellste und effizienteste im Vergleich zu anderen Lösungen sei. Wie die oben bereits erwähnten Recherchen aber zeigten, wussten wichtige Vertreter der Ministerien und des NHS aber, dass die Software ineffizient und vergleichsweise langsam ist. Einige Journalisten und Experten erheben nun den Vorwurf von Korruption.
Ein weiterer Aspekt ist, dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass Palantir auf die britischen Patientendaten zugreift. Es wurde vonseiten des Unternehmens zwar versichert, dass die Daten geschützt seien, doch in der Vergangenheit verwendete es vertrauliche Daten, um ihre KI-Modelle zu trainieren.
Neue Technologien in Klassenverhältnisse eingebunden
Diese Fälle veranschaulichen, wie im Kapitalismus neue Technologien nicht für den Fortschritt der Menschheit und die Entlastung der arbeitenden Bevölkerung verwendet werden. Vielmehr werden sie dem endlosen Profitstreben und imperialistischen Interessen dienstbar gemacht.
Die bürgerliche Forderung nach einer „ethischen KI“ greift daher zu kurz und kann in den bestehenden Klassenverhältnissen nicht realisiert werden. Nicht die Technologie selbst bestimmt ihren Charakter, sondern die Eigentums- und Machtverhältnisse, in die sie eingebunden ist. Solange Produktion und technischer Fortschritt den Interessen von Profit und Imperialismus untergeordnet bleiben, werden auch neue Technologien vor allem diesen Zwecken dienen. Maschinen töten nicht – Klasseninteressen töten.
Quellen: Der Standard/Al Jazeera/Al Jazeera/The Guardian/The Guardian/The Guardian



















































































