Die 15. Ausgabe des „International Communist Review“ (ICR) ist erschienen. Im Mittelpunkt der neuen Ausgabe steht das imperialistische Weltsystem und die Verschärfung der innerimperialistischen Widersprüche. Für die Partei der Arbeit Österreichs (PdA) hat Lukas Haslwanter einen Beitrag über den österreichischen Imperialismus und seine Stellung innerhalb der Europäischen Union verfasst.
Die 15. Ausgabe des theoretischen Organs kommunistischer und Arbeiterparteien erscheint 110 Jahre nach der ersten Veröffentlichung von W. I. Lenins Schrift „Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“. Anknüpfend an Lenins Analyse beschäftigen sich die Beiträge mit den heutigen Erscheinungsformen des Imperialismus, der Konkurrenz zwischen den kapitalistischen Staaten und Monopolen sowie den daraus entstehenden politischen und militärischen Konflikten.
Das Editorial unterstreicht dabei die anhaltende Bedeutung der Leninschen Imperialismustheorie für die kommunistische Bewegung. Lenins Analyse der Herausbildung von Monopolen und Finanzkapital, der wachsenden Bedeutung des Kapitalexports und der Aufteilung der Welt zwischen den großen kapitalistischen Mächten bildet den theoretischen Ausgangspunkt der Ausgabe. Zugleich widmen sich die Autorinnen und Autoren konkreten Entwicklungen des heutigen imperialistischen Weltsystems.
Österreichischer Imperialismus und die Europäische Union
Für die Partei der Arbeit Österreichs hat Lukas Haslwanter, stellvertretender Vorsitzender der PdA und Mitglied ihrer Internationalen Kommission, den Beitrag „Austrian Imperialism and the European Union“ („Der österreichische Imperialismus und die Europäische Union“) verfasst.
Der Artikel untersucht die Stellung Österreichs innerhalb des imperialistischen Bündnisses Europäische Union und insbesondere die Rolle der österreichischen Monopole in Mittel- und Südosteuropa. Anhand von Daten zur Stärke österreichischer Monopole und ihrer wirtschaftlichen Expansion in den Ländern der Region wird Österreich als bedeutender regionaler kapitalistischer Staat betrachtet.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Stellung des österreichischen Imperialismus innerhalb der EU und den Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf dessen weitere Orientierung. Damit setzt sich der Beitrag auch mit der Frage auseinander, wie sich die zunehmenden internationalen Widersprüche und Veränderungen im imperialistischen System auf die österreichischen Monopole und seine Interessen auswirken.
Innerimperialistische Widersprüche im Mittelpunkt
Unter dem Titel „The imperialist system today“ versammelt die erste Sektion der neuen Ausgabe acht Beiträge verschiedener kommunistischer Parteien und Organisationen.
Makis Papadopoulos von der Kommunistischen Partei Griechenlands beschäftigt sich mit der Haltung der Kommunistinnen und Kommunisten gegenüber innerimperialistischen Widersprüchen und imperialistischen Bündnissen. Ainur Kurmanov von der Sozialistischen Bewegung Kasachstans untersucht den internationalen Kampf um Seltene Erden und strategische Rohstoffe als Bestandteil der innerimperialistischen Konkurrenz in einer neuen technologischen Entwicklungsphase.
Die Neue Kommunistische Partei der Niederlande analysiert die Hinwendung zur Kriegswirtschaft vor dem Hintergrund der politischen und internationalen Neuordnungen innerhalb des imperialistischen Systems. Die Kommunistische Partei der Arbeiter Spaniens beschäftigt sich mit dem Erstarken nationalistischer und chauvinistischer Strömungen sowie der zunehmenden Stärke reaktionärer Strömungen und Parteien.
Weitere Beiträge untersuchen die Konkurrenz zwischen den USA und China in Lateinamerika, die veränderte Rolle der Türkei im Nahen Osten sowie die Stellung des italienischen Kapitalismus innerhalb der innerimperialistischen Auseinandersetzungen.
Imperialistische Konkurrenz und Neuaufteilung der Welt
Eine zweite Sektion widmet sich aktuellen politischen und theoretischen Fragen. Aris Evangelidis von der Kommunistischen Partei Griechenlands untersucht darin den Kampf um eine Neuaufteilung der Welt vor dem Hintergrund der Veränderungen innerhalb des imperialistischen Systems.
Die 15. Ausgabe des „International Communist Review“ behandelt damit unterschiedliche Seiten einer gemeinsamen Entwicklung: die Verschärfung der Konkurrenz zwischen den kapitalistischen Mächten, die Neuordnung imperialistischer Bündnisse, den Kampf um Märkte, Rohstoffe und Einflussgebiete, die zunehmende Militarisierung und die Gefahr neuer Kriege.
Das „International Communist Review“ ist eine internationale theoretische Zeitschrift, an der kommunistische und Arbeiterparteien aus verschiedenen Ländern mitwirken. Sie dient dem theoretischen Austausch und der Auseinandersetzung mit strategischen Fragen der internationalen kommunistischen Bewegung.





















































































