Der belgisch-portugiesische Entwicklungshelfer Joseph Figueira Martin ist nach fast zweijähriger Haft in der Zentralafrikanischen Republik freigekommen. Seine Familie betonte stets seine Unschuld.
Dakar. Der in der Zentralafrikanischen Republik festgehaltene Entwicklungshelfer Joseph Figueira Martin ist am Dienstag freigelassen worden. Das bestätigte seine Familie gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press. Nach Angaben seines Bruders soll er in Kürze in Lissabon eintreffen. Der belgisch-portugiesische Doppelstaatsbürger war im Mai 2024 festgenommen worden. Die Behörden warfen ihm Spionage, Kontakte zu bewaffneten Gruppen zur Planung eines Staatsstreichs sowie Gefährdung der nationalen Sicherheit vor. Eine formelle Anklage wurde jedoch nie erhoben.
Figueira Martin arbeitete als Berater für die US-amerikanische Hilfsorganisation FHI 360. Nach Angaben seiner Familie stand er in Kontakt mit bewaffneten Gruppen ausschließlich, um seine Sicherheit bei Einsätzen in besonders gefährlichen Regionen des Landes zu gewährleisten. Sein Bruder erklärte bereits zuvor, dies sei notwendig gewesen, „um sicherzugehen, dass nicht auf ihn geschossen wird“.
Die Behörden hingegen erklärten zuletzt, sie verfügten über Beweise, wonach er Aktivitäten bewaffneter Gruppen finanziert und koordiniert habe. Diese Vorwürfe sollen sich unter anderem auf Geldtransfers und Audioaufnahmen stützen.
Während seiner Haft war Figueira Martin in einem Militärgefängnis untergebracht. Aus Protest gegen die Bedingungen begann er zwischenzeitlich einen Hungerstreik. Internationale Beobachter hatten wiederholt auf Menschenrechtsverletzungen in Haftanstalten des Landes hingewiesen, darunter willkürliche Festnahmen und Misshandlungen.
Festgenommen worden war der Entwicklungshelfer in der südöstlichen Stadt Zemio, einer Region, die seit Jahren von Kämpfen zwischen ethnischen Milizen und regierungsfeindlichen Gruppen geprägt ist. Die Zentralafrikanische Republik befindet sich seit 2013 in einem anhaltenden Konflikt, der trotz eines Friedensabkommens von 2019 nicht vollständig beendet werden konnte.
Die Regierung des Landes hat die Freilassung bislang nicht offiziell bestätigt und sich auch nicht zum Stand möglicher Verfahren geäußert. In den vergangenen Jahren hatte sie jedoch ihre Kontrolle über internationale Hilfsorganisationen verschärft und ausländische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Aktivitäten gewarnt, die als Gefährdung der nationalen Sicherheit gewertet werden könnten.
Figueira Martin war seit 2023 mehrfach für FHI 360 tätig und zuvor bereits in verschiedenen afrikanischen Krisenregionen im Einsatz, darunter im Kongo, im Tschad und im Sudan. Seine Familie hatte sich während seiner Haft wiederholt an die Regierungen Portugals und Belgiens gewandt und seine Freilassung gefordert.


















































































