Die Lage am österreichischen Arbeitsmarkt hat sich zu Beginn des Jahres 2026 weiter verschärft. In fast allen Bundesländern ist die Zahl der Arbeitslosen gestiegen, besonders betroffen sind einzelne Branchen sowie ältere und weibliche Jobsuchende.
Wien. Zum Jahresstart 2026 hat sich die Arbeitslosigkeit in Österreich weiter beschleunigt. Ende Jänner waren laut Arbeitsmarktservice (AMS) 456.192 Menschen arbeitslos gemeldet oder in Schulung, das sind um 2,4 Prozent bzw. 10.679 Personen mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt bei 8,8 Prozent und damit um 0,3 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert.
Auch in den Bundesländern zeigt sich überwiegend ein Anstieg, wenn auch mit regionalen Unterschieden. Im Burgenland waren im Jänner rund 13.200 Menschen ohne Job, ein Plus von 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit stärker als im Österreich-Schnitt. Mehr als 2.000 Personen befanden sich in Schulungen. Haupttreiber des Anstiegs war die Baubranche, unter anderem aufgrund des vergleichsweise strengen Winters. Zudem ging die Zahl der offenen Lehrstellen zurück.
In Salzburg waren Ende Jänner 15.274 Personen arbeitslos gemeldet, um drei Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Arbeitslosenquote beträgt 5,2 Prozent und ist damit weiterhin eine der niedrigsten bundesweit. Während die Arbeitslosigkeit in der Stadt Salzburg und im Flachgau deutlich zunahm, verzeichneten mehrere inneralpine Bezirke einen Rückgang. Branchenbezogen sank die Arbeitslosigkeit im Bau, während sie im Handel deutlich anstieg.
Vorarlberg meldete 11.899 Arbeitslose, ein Zuwachs von 6,5 Prozent. Mit einer Quote von 6,4 Prozent liegt das Bundesland weiterhin unter dem Bundesschnitt. Besonders stark betroffen ist jedoch die Altersgruppe der über 55-Jährigen, deren Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich um 15,4 Prozent zunahm. Das AMS rechnet angesichts der weiterhin schwachen Konjunktur mit weiteren Anstiegen in den kommenden Monaten.
In Wien stieg die Zahl der Arbeitslosen im Jahresvergleich um fünf Prozent auf 139.709 Personen. Rechnet man Schulungsteilnehmerinnen und ‑teilnehmer hinzu, erhöhte sich die Gesamtzahl der beim AMS registrierten Personen um 1,3 Prozent. Gleichzeitig ging die Zahl der Schulungsteilnahmen zurück. Besonders stark nahm die Arbeitslosigkeit bei über 50-Jährigen zu. Zuwächse verzeichnete Wien vor allem im Einzelhandel, in der Warenproduktion, in Hotellerie und Gastronomie sowie im Bau.
Auch in Niederösterreich setzte sich der Aufwärtstrend fort. Ende Jänner waren 69.073 Menschen arbeitslos gemeldet oder in AMS-Schulungen, um 6,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag mit 8,5 Prozent knapp unter dem Österreich-Schnitt. Besonders deutlich stieg die Arbeitslosigkeit bei Frauen, die mit einem Plus von 8,4 Prozent stärker betroffen waren als Männer. Als Faktoren genannt wurden unter anderem die schrittweise Anhebung des Pensionsantrittsalters sowie strukturelle Benachteiligungen am Arbeitsmarkt. Trotz steigender Arbeitslosenzahlen blieb die Zahl der offenen Stellen laut Landesregierung auf einem hohen Niveau.
Österreichweit zeigt sich damit ein einheitliches Bild: Die wirtschaftliche Erholung verläuft schleppend, die Teuerung wirkt sich weiterhin gravierend auf den Geldbeutel aus und zugleich steigt die Arbeitslosigkeit in den meisten Bundesländern, wobei vor allem bestimmte Branchen sowie ältere und weibliche Arbeitskräfte überdurchschnittlich betroffen sind.
Quellen: ORF / ORF / ORF / ORF / ORF


















































































