Jülich. Die Stadtwerke Jülich geben vom 25. Mai bis 1. Juni die Warnung aus, dass das Trinkwasser knapp ist und rufen zum Wassersparen auf. In der Woche davor sei der Wasserverbrauch um 20 Prozent höher als im Vorjahr gewesen. Die bürgerlichen Medien machen dabei verschiedene Ursachen aus. Zum Beispiel Einwohnerwachstum, gießende Bauern, weniger Personen, die Jülich für Urlaubsreisen verlassen oder private Pools. Keine Erwähnung findet jedoch der im September 2025 in Betrieb genommene Supercomputer Jupiter.
Die Leiterin des Supercomputers in Jülich, Prof. Kristel Michielsen, berichtet, dass Jupiter nur 30 Kubikmeter Ruhr-Wasser pro Stunde brauche und dies nur an heißen Sommertagen. Wenn man bedenkt, dass Jülichs Wasserspeicher nur 5.000 Kubikmeter Speicherkapazität haben, ist das eine beachtliche Menge. Auch in Relation zur Bevölkerung ist der Wasserverbrauch erheblich. Geht man von einem Verbrauch von 130 Liter pro Tag pro Person aus, braucht Jülich mit einer Bevölkerung von etwa 35.000 Personen 4550 Kubikmeter Wasser pro Tag. Supercomputer Jupiter hingegen braucht bis zu 720 Kubikmeter Wasser pro Tag, also in etwa 16 Prozent des Wasserverbrauchs der Haushalte.
Das Projekt folgt somit der üblichen Maxime des Kapitalismus: Profit privatisieren, Kosten sozialisieren. Deutschland will im Bereich der Supercomputer und der Künstlichen Intelligenz zu den USA und China aufholen und die Kosten dafür muss die Bevölkerung tragen, in diesem Fall in Jülich. Ob sich der Supercomputer Jupiter in die Nachfolge der Tesla-Gigafactory in Berlin-Brandenburg stellt, bleibt noch offen. Dort wurden im Rahmen eines potentiellen Ausbaus der Fabrik sogar Trinkwasserrationierungen geplant. Diese wurden zwar später von einem Gericht gekippt, doch auch so stellt die Modernisierung der Industrie in Deutschland eine große Belastung für den Wasserhaushalt dar.
Quellen: Stadtwerke Jülich / WDR / Energiesysteme Zukunft / MAZ


















































































