Linz. Am gestrigen Dienstag fanden die ersten Warnstreiks in der Chemischen Industrie nach der gescheiterten sechsten Verhandlungsrunde statt. Die Arbeitgeberseite hat bis dato keine dauerhaften Lohnerhöhungen angeboten, sondern lediglich eine Einmalzahlung von 250 Euro.
Unter anderem im Linzer Chemiepark wurde in unterschiedlichsten Bereichen, in der Logistik, im Labor und in der Produktion, die Arbeit niedergelegt. Allein in Oberösterreich sind 15.000 Arbeiterinnen und Arbeiter in der Chemischen Industrie beschäftigt. Österreichweit sind es 50.000.
Der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO), ein wichtiges repräsentatives Organ der Kapitalisten innerhalb der Branche, griff die Entscheidung zum Streik zuletzt scharf an: „Während die Branche im internationalen Wettbewerb auf Grund der hohen Lohnstückkosten immer weiter zurückfällt, wählt die Gewerkschaft den Konflikt.“
„Dieses Angebot ist eine Frechheit, die Beschäftigten sind zurecht wütend. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sehen in den Betrieben, dass sich Auftragslage wieder verbessert hat, dass sich die Arbeit verdichtet und sollen trotzdem auf eine faire Lohneerhöhung verzichten. Die Warnstreiks sind daher mehr als berechtigt“, antwortet PRO-GE Verhandlungsleiter Hubert Bunderla. Einer Nulllohnrunde werde man nie zustimmen. Die Gewerkschaft fordert 3,5 Prozent mehr Lohn für die Beschäftigten.
Die Warnstreiks werden noch bis 1. Juni fortgesetzt, am 2. Juni findet dann die siebte Verhandlungsrunde statt.


















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