Besucherinnen und Besucher vergangener Festivals, bei denen ein Müllpfand eingefordert wurde, können diesen bei Vorlage eines Tickets zurückfordern.
Wien. Wer in den letzten Jahren das Nova Rock in Nickelsdorf oder das Frequency in St. Pölten besucht hat, wurde mit einem Müllpfand von 20 Euro konfrontiert. Bei der Abgabe eines mindestens halbvollen Müllsacks, den man leer ausgehändigt bekommt, wurden zehn Euro rückerstattet. Die restlichen zehn Euro wurden, laut Angaben der Veranstalter Ewald Tatar und Harry Jenner, für die Bezahlung von Aufräumarbeiten verwendet.
Die Betreiber der Festivals rechtfertigen den Müllpfand damit, dass er die Besucherinnen und Besucher der Festivals motivieren soll, Müll zu vermeiden und bei der Beseitigung mitzuhelfen. Diese „Müllgebühr“ stellte für die Gäste jedoch versteckte Kosten dar. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat diese Praxis beim Obersten Gerichtshof (OGH) angeklagt, welcher den Müllpfand im November 2025 als „gröblich benachteiligend“ für die Besucherinnen und Besucher verurteilte.
Das Urteil hat zur Folge, dass die Gäste, die eines der Festivals im Zeitraum von 2017 bis 2025 besucht haben, bei Vorlage eines Tickets den Müllpfand zurückerstattet bekommen. Für kommende Festivals ist die Müllbeseitigung schon im Ticketpreis inkludiert, was dann vielleicht zu einer Erhöhung der Preise führen wird.
Die Betreiber der Festivals wollen nun ein Belohnungssystem einführen. Besucherinnen und Besucher werden in Zukunft Gutscheine für Festivals im Folgejahr bei der Abgabe eines vollen Müllsacks bekommen.
Im alten System wurde man für die Entsorgungskosten der Veranstalter zur Kasse gebeten. Im Neuen wird man symbolisch und durch Konditionen bezahlt, um Müll zu entsorgen, was dem Betreiber Arbeitskosten erspart. In beiden Systemen fehlt ein ganzheitliches Verständnis rund um Müll und Feiern.
Quellen: Kurier/Pressreader/Kurier/Der Standard



















































































