13.248 Teilnehmerinnen und Teilnehmern absolvierten am Freitag den Aufnahmetest für das Medizinstudium (MedAT).
Um Studienplätze für Human- und Zahnmedizin an den öffentlichen Medizinuniversitäten in Wien, Graz, Innsbruck und Linz bewarben sich damit knapp 1.000 Menschen mehr als noch im letzten Jahr. Die Zahl der Studienplätze wurde unterdessen nur geringfügig erhöht, nämlich um 50 auf insgesamt 1.950 Plätze. Der Konkurrenzdruck wächst also im Vergleich zum Vorjahr.
Die Zahl der sogenannten gewidmeten Studienplätze wurde heuer lediglich von 85 auf 87 erhöht. Wer einen solchen Platz erhält, verpflichtet sich bereits zu Studienbeginn, nach der Ausbildung jahrelang in einem bestimmten Bundesland oder für eine öffentliche Einrichtung (unter anderem für das Bundesheer und die Polizei) zu arbeiten – andernfalls droht die Rückzahlung tausender Euro an Förderungen. Diese finanzielle Erpressung bringt Studierende schon zu Beginn ihrer Ausbildung in ein Abhängigkeitsverhältnis.
Befürworter des MedAT argumentieren seit Jahren, dass der Aufnahmetest sicherstelle, dass jene Bewerberinnen und Bewerber einen Studienplatz erhalten, die über die besten fachlichen und kognitiven Voraussetzungen verfügen. Der Test prüft Mathematik, naturwissenschaftliches Wissen, Merkfähigkeit, logisches Denken sowie soziale Kompetenzen. Doch gibt der MedAT tatsächlich ausschließlich die Leistung der Bewerberinnen und Bewerber wieder?
Das Institut für Höhere Studien (IHS) untersuchte die Auswirkungen universitärer Aufnahmeverfahren und kam zum Ergebnis, dass diese zu einer deutlichen sozialen Selektion führen. In der Medizin ging der Anteil von Studierenden, deren Eltern keine Matura besitzen, nach Einführung der Aufnahmetests deutlich zurück.
Diese Entwicklung überrascht kaum. Kostenintensive Vorbereitungskurse, private Nachhilfe oder die finanzielle Möglichkeit, sich über längere Zeit ausschließlich auf den Test zu konzentrieren, erhöhen die Erfolgschancen erheblich – nur kann sich das nur ein Bruchteil leisten. Junge Menschen aus Arbeiterfamilien müssen dagegen oftmals nebenbei arbeiten oder verfügen schlicht nicht über dieselben finanziellen Ressourcen.
Auch das häufig vorgebrachte Argument, Aufnahmeprüfungen würden die Zahl erfolgreicher Studienabschlüsse erhöhen, wird durch die Daten nicht gestützt. Die Einführung des MedAT wurde unter anderem damit begründet, dass eine strengere Auswahl die Studienabbruchquote senken und dadurch mehr Absolventinnen und Absolventen hervorbringen würde. Laut der Untersuchung des Instituts für Höhere Studien ist jedoch das Gegenteil eingetreten: Die Gesamtzahl der abgeschlossenen Studien ist nach Einführung der Aufnahmeverfahren zurückgegangen.
Trotz der eklatanten sozialen Selektion des MedAT fordert selbst die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) – deren Aufgabe eigentlich die Interessensvertretung der Studierenden in Österreich ist – nicht seine Abschaffung. Der Zugang zum Test solle stattdessen „sozial gerecht“ organisiert sein – wie das zu bewerkstelligen sein soll, bleibt offen.
Quellen: ORF/Zeitung der Arbeit/Zeitung der Arbeit























































































