Nach über 18 Monaten willkürlicher israelischer Haft ist das Leben des palästinensischen Kinderarztes und Direktors des Kamal-Adwan-Krankenhauses, Dr. Hussam Abu Safiya, durch Misshandlung und Folter akut bedroht.
Der palästinensische Kinderarzt und Direktor des Kamal-Adwan-Krankenhauses, Dr. Hussam Abu Safiya, wurde am 27. Dezember 2024 willkürlich festgenommen. Zuvor wurde er 2024 für seine Videos bekannt, in denen er für den sofortigen Stopp des von Israel begangenen Völkermords appelierte. Er versorgte bis zu seiner Entführung zahlreiche schwerverletzte während israelischen Offensiven.
Der seit über 18 Monaten ohne Prozess inhaftierte ist laut seinem Anwalt in einem kritischen Zustand. Die in israelischer Haft erlittene Folter und andere Misshandlungen bedrohen akut sein Leben. Dr. Abu Safiya wird in einem unterirdischen Trakt des Nitzan-Gefängnisses festgehalten, in dem Palästinenser systematischer Folter und unmenschlicher Behandlung ausgesetzt sind. Deshalb war es 1985 geschlossen worden, nach dem 7. Oktober 2023 aber wieder in Betrieb genommen.
Mitte Juni wurde sein Antrag auf Berufung gegen die Haft von einem israelischen Gericht abgelehnt. Laut seinen Anwälten sind die aktuellen schweren Misshandlungen in der Haft als Vergeltung für seine rechtlichen Schritte einzuordnen.
Neben Dr. Abu Safiya befinden sich weitere 13 Oberärzte ohne Anklagen in israelischer Geiselhaft. Insgesamt hält Israel ca. 9.300 Palästinenser fest, tausende ohne jegliche Anklage oder Prozess. Folter und Misshandlung sind systematisch und weitverbreitet. Mindestens 91 Palästinenser sind seit dem 7. Oktober 2023 in israelischer Haft verstorben.
Mehrere Menschenrechtsorganisationen, wie Amnesty International und das Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte fordern eine sofortige Freilassung des Arztes und den Zugang für unabhängiges Gesundheitspersonal zu israelischen Gefängnissen.
Während diese Forderungen zu begrüßen sind, ist es nicht ausreichend, an Israel für die Einhaltung von Menschenrechten zu appellieren. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass Appelle den israelischen Staat in keiner Weise dazu bewegen, seinen Völkermord am palästinensischen Volk zu beenden oder auch nur weniger grausam zu begehen. Notwendig ist internationaler Druck von Israels Verbündeten, ein Ende der Unterstützung und Waffenlieferungen. Unsere Aufgabe ist es dabei, die österreichische Komplizenschaft anzugreifen.
Quelle: UNHCR/Amnesty International/UNHCR/ZdA




















































































