Die Anhebung des Frauenpensionsalters lässt Arbeitslosigkeit bei über 60-Jährigen Frauen massiv steigen.
Die schrittweise Anhebung des Frauenpensionsalters zeigt zunehmend ihre Schattenseiten. Die aktuellen Arbeitsmarktdaten für Juni 2026 belegen einen Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Frauen zwischen 60 und 64 Jahren. In Oberösterreich waren in dieser Altersgruppe um 31,9 Prozent mehr Frauen arbeitslos als im Juni des Vorjahres. Besonders dramatisch ist die Entwicklung bei den 61-Jährigen: Hier hat sich die Zahl der arbeitslosen Frauen innerhalb eines Jahres von 34 auf 455 erhöht – ein Plus von 1.238,2 Prozent.
Während die Zahl der arbeitslosen 61-jährigen Männer im selben Zeitraum lediglich um 3,8 Prozent von 607 auf 630 Personen stieg, zeigt sich bei Frauen die unmittelbare Auswirkung der schrittweisen Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters. Bundesweit ist das Bild ähnlich: Dort stieg die Arbeitslosigkeit bei 61-jährigen Frauen um 1.252,4 Prozent, während sie bei Männern nahezu unverändert blieb (+0,8 Prozent). Es zeigt sich sehr deutlich, das die Anhebung des Pensionseintrittsalters nicht dazu führt, dass die Frauen länger im Arbeitsmarkt integriet bleiben.
Reform verschiebt Arbeitslosigkeit statt Beschäftigung
Der enorme Anstieg basiert darauf, dass Frauen, die zwischen Jänner und Juni 1965 geboren wurden, aufgrund der Pensionsreform nicht mehr mit 61 Jahren in Pension gehen können. Für sie gilt bereits ein gesetzliches Pensionsalter von 61 Jahren und sechs Monaten. Wer in dieser Zeit arbeitslos ist, bleibt daher länger in der Arbeitslosenstatistik aufscheinen, während frühere Jahrgänge bereits eine Pension beziehen konnten, dass zeigt sich nun also auch in der Statistik.
Langzeitarbeitslosigkeit nimmt deutlich zu
Besonders besorgniserregend ist auch die Entwicklung bei der Langzeitarbeitslosigkeit. In Oberösterreich ist die Zahl jener Frauen zwischen 60 und 64 Jahren, die länger als ein Jahr ohne Beschäftigung sind, innerhalb eines Jahres um 44,3 Prozent gestiegen. Bei Männern beträgt der Anstieg 17,9 Prozent – beides erschreckende Zahlen, die Ausdruck der Krisen des Kapitalismus sind.
Gerade für Frauen hat diese Entwicklung jedoch noch weitreichendere Folgen. Aufgrund häufig unterbrochener Erwerbsbiografien, Teilzeitbeschäftigung und Betreuungszeiten verfügen sie ohnehin über deutlich niedrigere Pensionsansprüche als Männer. Eine längere Phase der Arbeitslosigkeit unmittelbar vor dem Pensionsantritt verschlechtert ihre finanzielle Situation zusätzlich.
Die aktuellen Arbeitsmarktdaten zeigen damit deutlich die Schwachstelle der Pensionsreform: Frauen müssen länger bis zur Pension arbeiten, haben aber gleichzeitig schlechtere Chancen, im höheren Alter tatsächlich eine Beschäftigung zu finden. Diese Entwicklungen verweisen wieder einmal auf die Absurdität des Systems und den Reformen der herrschenden Parteien. Um den Gender Pension Gap oder das Armutsrisiko von Frauen in Österreich zu verringern recht es eben nicht einfach das Pensionseintrittsalter zu erhöhen. Ein Ausbau der Betreuungsinfrastruktur für Kinder und Alte wären nur zwei Punkte die hierbei zentral sind.
Quelle: AK OÖ



















































































