Die Arbeitslosigkeit ist im Februar österreichweit weiter gestiegen, wenn auch mit verlangsamter Dynamik. Während einzelne Bundesländer leichte Rückgänge verzeichnen, bleiben Frauen, Ältere und Langzeitarbeitslose besonders betroffen. Auch am Lehrstellenmarkt zeigt sich vielerorts eine Verschärfung.
Die Lage am österreichischen Arbeitsmarkt bleibt angespannt. Ende Februar waren österreichweit 436.160 Personen arbeitslos oder in Schulung, das sind um 1,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 8,3 Prozent. Hinter diesen bundesweiten Zahlen verbirgt sich jedoch eine sehr unterschiedliche regionale Entwicklung.
In Westösterreich sind die Arbeitslosenquoten weiterhin vergleichsweise niedrig. Tirol weist mit 4,4 Prozent die niedrigste Quote aller Bundesländer auf. Mit Anfang März waren dort 17.414 Menschen arbeitslos gemeldet, um 1,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Anstieg betraf vor allem Frauen, während die Zahl der arbeitslosen Männer leicht zurückging. Rückgänge gab es im Bau und in der Produktion, während unter anderem im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Tourismus mehr Personen auf Arbeitssuche waren. Auffällig ist in Tirol die Situation am Lehrstellenmarkt: Dort stehen deutlich mehr offene Lehrstellen zur Verfügung als in vielen anderen Bundesländern.
Auch Salzburg liegt mit einer Arbeitslosenquote von 4,8 Prozent unter dem Bundesschnitt. Ende Februar waren 13.976 Personen arbeitslos gemeldet, ein Anstieg um 2,5 Prozent. Während die Arbeitslosigkeit bei Männern leicht sank, stieg sie bei Frauen um 7,9 Prozent. Besonders stark betroffen sind ältere Personen: Bei den 60- bis unter 65-Jährigen gab es einen Anstieg von 14,2 Prozent, wobei vor allem Frauen betroffen sind. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen erhöhte sich um 22,7 Prozent auf 2.446 Personen. Den rund 14.000 Arbeitslosen standen 5.304 offene Stellen gegenüber.
In Oberösterreich entwickelte sich der Arbeitsmarkt entgegen dem Bundestrend leicht positiv. Die Zahl der Arbeitslosen sank im Februar um 1,5 Prozent auf 45.816 Personen, die Arbeitslosenquote lag bei 6,3 Prozent. Während die Arbeitslosigkeit bei Männern deutlich zurückging, nahm sie bei Frauen zu. Gleichzeitig stieg die Zahl der Langzeitarbeitslosen um 21,1 Prozent und damit stärker als im Österreichschnitt. Rückgänge gab es insbesondere in der Produktion und bei Leasingkräften, während im Gesundheits- und Sozialbereich mehr Personen arbeitslos waren. Deutlich rückläufig war die Zahl der offenen Lehrstellen.
In Wien wurde im Februar erstmals seit März 2023 wieder ein leichter Rückgang verzeichnet. 169.217 Personen waren arbeitslos oder in Schulung, um 0,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der arbeitslosen Männer ging deutlich zurück, jene der Frauen stieg hingegen weiter an. Bei den unter 25-Jährigen sank die Arbeitslosigkeit um zwei Prozent, bei den über 50-Jährigen stieg sie um 3,6 Prozent. Branchenweise gab es die stärksten Anstiege in der Warenproduktion, im Einzelhandel und am Bau.
Deutlich schwieriger stellt sich die Situation in Niederösterreich dar. Dort waren Ende Februar 66.055 Personen ohne Job oder in Schulung, ein Plus von 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Arbeitslosenquote beträgt acht Prozent. Der Anstieg betraf sowohl Männer als auch Frauen und nahezu alle Altersgruppen und Branchen. Gleichzeitig ging die Zahl der offenen Stellen um 16 Prozent zurück, auch am Lehrstellenmarkt wurden weniger offene Ausbildungsplätze gemeldet.
In der Steiermark waren 46.292 Personen arbeitslos gemeldet, um 3,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Einschließlich Schulungsteilnehmern waren knapp 55.000 Menschen ohne Beschäftigung. Die Arbeitslosenquote stieg auf 8,0 Prozent. Besonders stark wuchs die Langzeitarbeitslosigkeit mit einem Plus von 19 Prozent. Zudem verringerte sich die Zahl der offenen Stellen deutlich, ebenso die der offenen Lehrstellen, während die Zahl der Lehrstellensuchenden kräftig zunahm.
Kärnten verzeichnete hingegen einen leichten Rückgang der Arbeitslosenzahl um 0,7 Prozent auf 25.826 Personen. Die Arbeitslosenquote liegt dort mit 9,5 Prozent dennoch vergleichsweise hoch. Positiv entwickelte sich die Zahl der offenen Stellen, die als einziges Bundesland um 2,5 Prozent zunahm. Die Langzeitarbeitslosigkeit stieg zwar ebenfalls, allerdings deutlich schwächer als im Bundesschnitt.
Im Burgenland fiel der Anstieg stärker aus als österreichweit. Ende Februar waren 10.619 Personen arbeitslos gemeldet, ein Plus von 5,3 Prozent. Besonders stark war der Anstieg im Bezirk Oberpullendorf, während es im Bezirk Mattersburg einen leichten Rückgang gab. Die Arbeitslosigkeit stieg vor allem im Bau, während sie im Tourismus zurückging. Die Zahl der offenen Lehrstellen nahm ebenfalls ab.
Insgesamt zeigt sich kein wonnevolles Bild des österreichischen Arbeitsmarkts im Kapitalismus: Während einzelne Bundesländer leichte Entspannungssignale senden, bleibt der österreichische Arbeitsmarkt unter Druck. Besonders auffällig ist der überdurchschnittliche Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Frauen und älteren Personen in mehreren Regionen. Gleichzeitig nimmt die Langzeitarbeitslosigkeit vielerorts deutlich zu, und in vielen Bundesländern sinkt die Zahl der offenen Stellen und Lehrstellen. Die Entwicklung verläuft damit insgesamt auf einem weiterhin angespannten Niveau.
Quellen: ORF / ORF / ORF / ORF / ORF / ORF / ORF / ORF




















































































